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Gesundheitsvorsorge: 

Kassen bezahlen neues Hautkrebs-Screening

06. Mrz 2008 15:30
Vor allem Solarien-Bestrahlung birgt ein erhöhtes Risiko
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Die Zahl der an Hautkrebs erkrankten Patienten verdoppelt sich derzeit fast alle zehn Jahre. Bei rechtzeitiger Diagnose ist eine Heilung aber in den meisten Fällen möglich. Ab Juli gibt es eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung.

Die Deutsche Krebshilfe ruft gemeinsam mit Ärzten zur Nutzung der neuen Hautkrebs-Vorsorge in Deutschland auf. 45 Millionen gesetzlich Versicherte haben vom 1. Juli an das Recht, alle zwei Jahre zu einem kostenlosen Hautkrebs-Screening bei ihrem Haus- oder Hautarzt zu gehen. «Das ist weltweit einmalig», lobte der Leiter des Dermatologischen Zentrums Buxtehude, Professor Eckhard Breitbart, das zunächst auf fünf Jahre befristete Projekt. Hautkrebs hat weltweit sehr hohe Wachstumsraten.

Die Erkrankung ist bei rechtzeitiger Erkennung heilbar, sagte Breitbart am Donnerstag in Hamburg. Dennoch sterben in Deutschland allein am Malignen Melanom knapp 2300 Menschen im Jahr (2004). Dessen Auftreten verdoppelt sich derzeit alle 10 bis 15 Jahre. Insgesamt gibt es bundesweit rund 140.000 Hautkrebsneuerkrankungen pro Jahr.

Kinderärzte nehmen UV-Beratung auf

Die Untersuchungen werden von für diese Aufgabe weitergebildeten Haus- und Fachärzten vorgenommen. Patienten haben dabei die freie Auswahl, welchen Mediziner sie aufsuchen. Beim Screening werden keine Instrumente benutzt: Ärzte seien durchaus in der Lage, mit bloßem Auge Unregelmäßigkeiten auf der Haut des Patienten zu entdecken, erklärte Breitbart. «Bei einem Verdacht auf Hautkrebs wird man zum Facharzt überwiesen.» Dieser müsse die Diagnose bestätigen, um anschließend die nötigen Schritte einzuleiten.

Ein großes Risiko für Hautkrebs bringt übermäßige UV-Bestrahlung. «Sonne ist etwas Schönes, wir brauchen die Sonne, aber wir sollten vorsichtig sein», sagte die Sprecherin der Deutschen Krebshilfe, Eva Kalbheim. Deshalb werbe die Krebshilfe dafür, sich vor zu starker Sonnenbestrahlung zu schützen. Besonders Kinder und junge Menschen seien gefährdet. Künftig werden daher Kinderärzte eine UV-Beratung in die Vorsorge-Untersuchungen mit aufnehmen.

Der Biophysiker Rüdiger Greinert warnte vor den Gefahren, die sich Benutzer von Solarien aussetzen. Wer sich schon vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig auf eine Sonnenbank lege, habe ein um 75 Prozent erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Die geplante Beschränkung der maximalen Bestrahlungsstärke auf 0,3 Watt pro Quadratmeter entspreche immer noch der höchsten natürlichen Sonnenstrahlung am Äquator bei wolkenlosem Himmel zur Mittagszeit. (dpa)

 
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