01. Feb 2008 11:29
Erbrechen, Durchfall, Schmerzen – eine Infektion mit dem Norovirus ist nicht schön. Die Welle der Erkrankungen rollt durch Deutschland, besonders auf Rügen gibt es viele Magen-Darm-Infekte.
Von Juli bis Dezember 2007 wurden bundesweit 90.309 Erkrankungen mit dem Magen-Darm-Virus gemeldet - durchschnittlich elf Fälle je 10.000 Einwohner. Im zweiten Halbjahr 2006 waren es 35.224 Fälle gewesen. Seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 war im Winter 2006/2007 die schwerste Norovirus-Welle registriert worden.Besonders betroffen von der jüngsten Infektionswelle war der Landkreis Rügen mit 76 Fällen je 10.000 Einwohner (532 Erkrankungen). Ebenfalls überdurchschnittlich hohe Quoten verzeichneten auch der Landkreis Löbau-Zittau mit 55 und die Stadt Zwickau (beide Sachsen) mit 53 Fällen je 10.000 Einwohner.
Im Vergleich der Bundesländer waren Brandenburg (27 Fälle je 10.000 Einwohner), Sachsen (24) und Mecklenburg-Vorpommern (21) am stärksten betroffen. Die wenigsten Fälle meldeten das Saarland und Bayern mit jeweils sechs Infektionen je 10.000 Einwohnern.
Das tatsächliche Ausmaß der Erkrankungen liegt vermutlich weit über den gemeldeten Fällen. «Wegen der kurzen Dauer der Erkrankung von zwölf bis 60 Stunden sucht nur ein Bruchteil der Infizierten auch einen Arzt auf und kann überhaupt diagnostiziert werden,» erläutert die RKI-Epidemiologin Judith Koch. Vom Robert Koch-Institut erfasst werden alle von Ärzten oder Laboren gemeldeten Norovirus-Fälle. Die Magen-Darm-Infektion endet in weniger als 0,1 Prozent aller Fälle tödlich, eine Impfung gibt es bislang nicht. (dpa)