Haustiersallergien - Füttern unter Tränen
31. Jan 2008 11:48
 |  Haustier Katze. | Foto: Allerca |
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Sie können überall auftauchen, winzige Partikel, die Allergien auslösen. «Allergiefreie» Katzenzüchtungen sind mit Vorsicht zu betrachten.
«Man spricht dann oft von Tierhaarallergien, aber strenggenommen ist das falsch», sagt Elke Deininger, Veterinärin von der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes. Denn der Stoff, der die Allergie auslöst (Allergen) ist nicht das Haar selbst, sondern ein Protein, das häufig am Fell haftet. Dieses Protein verteilt sich zum Beispiel bei Katzen über Speichel und Zunge bei der Fellpflege über den ganzen Körper.
Katzen-Allergene sind besonders hartnäckig. «Man findet sie zum Beispiel auch in vielen Haushalten, in denen aktuell gar keine Katze gehalten wird», sagt Prof. Torsten Schäfer, Allergologe und Dermatologe an der Universität Lübeck. Das liegt daran, dass die winzigen Stoffe häufig nicht am Fell haften bleiben, sondern sich selbstständig machen und durch die Luft schweben.
Seltene Hundeallergien
Während es bei Nagern ebenfalls immer wieder zu Problemen kommt, sind Allergien gegen Hunde seltener. «Es gibt sogar eine Reihe von Studien, nach denen ein Hund nicht nur kein Allergierisiko darstellt, sondern sogar der Prävention dient», berichtet Schäfer.Ob Katze, Nager oder Vogel, eine Tierallergie äußert sich oft in Form von allergischem Schnupfen, Bindehautentzündung oder in der Folge als Asthma. «In Einzelfällen kann sie auch zur Verstärkung einer Neurodermitis führen», sagt Schäfer. Davon abgesehen sind Hautirritationen aber eher selten.
Wie lange es dauert, bis sich die Probleme zeigen, ist höchst unterschiedlich: «Manche Betroffenen entwickeln sofort nach der Anschaffung des Tieres eine Allergie», erläutert Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Andere haben das Tier schon seit ein paar Jahren, ehe es plötzlich mit dem Nasentriefen und den tränenden Augen losgeht.
Inkubationszeit und Prävention
Für nicht vorbelastete gesunde Kinder und Erwachsene gibt es keine Einschränkungen, was die Haustierhaltung betrifft, erläutert Schäfer. Zur Sicherheit trotzdem zum Hautarzt zu gehen, ergibt nach Worten des Experten keinen Sinn: «Heute einen Allergietest zu machen, um herauszufinden, welches Tier sich eignet, das bringt nichts.»Denn auch Menschen ohne familiäre Vorbelastung können irgendwann allergisch auf ihren Schützling reagieren. «Wenn man diesen Verdacht hat, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen», sagt Elke Deininger vom Tierschutzbund. Und erhärtet sich der Verdacht, lautet der erste Ratschlag Prof. Schäfer zufolge nach wie vor, das Tier wegzugeben - so schwer das auch fallen mag.
Leidet der potenzielle Halter oder ein Elternteil schon an einer entsprechenden Allergie, sollte man besser auf ein Tier mit Fell oder Federn verzichten. Das gilt laut Prof. Schäfer vor allem bei allergischem Asthma, allergischem Schnupfen oder Neurodermitis. Allergiker-Eltern vererben dabei nicht die Allergie selbst, sondern die Anlagen zu deren Entwicklung.
Sind die Symptome noch zu ertragen, besteht nach Elke Deiningers Worten zwar im Prinzip die Möglichkeit zur Vorsorge - etwa indem das Tier nicht ins Schlafzimmer darf und ein anderes Familienmitglied den Stall oder das Katzenklo putzt. «Aber damit geht man das Risiko eines «Etagenwechsels» ein», sagt Schäfer. Läuft heute nur die Nase, ist vielleicht morgen die Lunge betroffen.
«Allergiefreie» Tiere
Hin und wieder werden Tiere angeboten, die auch Allergiker bedenkenlos halten können. «Es ist zum Beispiel eine Katze ohne das Hauptallergen «Fel d 1» gezüchtet worden», berichtet Schäfer. Es gibt jedoch auch Nebenallergene, die eine Allergie hervorrufen könnten. «Eine hundertprozentige Sicherheit» bieten auch solche Züchtungen deshalb nicht. (nz/dpa)