netzeitung.deVerhütung im Vergleich

 Herausgeber: netzeitung.de

Hormonpräperate gelten als sicherste Verhütung (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hormonpräperate gelten als sicherste Verhütung
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ob Pille, Spirale oder gar ein Hormonimplantat - Frauen haben heute zahlreiche Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhindern. Hormonpräparate gelten als sicherste Methode.

Vergleichsweise neue Entwicklungen wie der Scheidenring ergänzen das Angebot. Doch nicht jedes Mittel ist gleichermaßen für jede Frau geeignet. «Die Hormonpräparate sind bis heute immer noch die sichersten», erklärt der Endokrinologe Alfred O. Mueck vom Institut für Frauengesundheit Baden-Württemberg in Tübingen. Das von rund 55 Prozent der Frauen am häufigsten angewandte Verhütungsmittel ist daher nach wie vor die Anti-Baby-Pille, ein Kombi-Präparat aus dem weiblichen Hormon Östrogen und einem sogenannten Gelbkörperhormon.

«Die Pille schwächt auch Blutungen und Regelschmerzen ab und ist zyklusstabilisierend», sagt Endokrinologe Mueck. «Außerdem schützt sie, wie Studien ergaben, vor verschiedenen Krebsarten wie Eierstock-, Dickdarm- und Gebärmutterkrebs.» Allerdings sei das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, mit der Pille größer. «Doch das wird wiederum durch die empfohlenen Abstriche und regelmäßigen Untersuchungen beim Frauenarzt aufgefangen.»

Nicht für jede Frau empfiehlt sich jedoch die Anti-Baby-Pille. «Frauen, die schon einmal eine Thrombose hatten oder unter erblich bedingten Gerinnungsproblemen leiden, sind einem größeren Thromboserisiko ausgesetzt», erklärt Mueck. Außerdem soll für Raucherinnen ab 30 die Pille wegen des erhöhten Risikos von Herzinfarkten und Schlaganfällen gar nicht mehr verschrieben werden.

Dieses Risiko ist für vorbelastete Frauen geringer, wenn sie mit der Mini-Pille verhüten, die nur das Gelbkörperhormon in niedrigen Dosen beinhaltet. «Doch anders als bei der klassischen Pille ist der zeitliche Spielraum, den man bei der Einnahme hat, geringer», sagt Mueck. Statt bis zu zwölf Stunden muss die Mini-Pille mit höchstens drei Stunden Verzögerung im Vergleich zum Vortag eingenommen werden.

«Der Scheidenring ist beispielsweise stark im Kommen»
Über die Pille und die Mini-Pille hinaus gibt es heutzutage noch weitere Möglichkeiten der hormonalen Verhütung. «Der Scheidenring ist beispielsweise stark im Kommen», erklärt der Gynäkologe Christian Albring aus Hannover, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. «Er ist niedriger dosiert als die Anti-Baby-Pille und lässt sich sehr einfach anwenden und wieder entfernen.» Manchen Frauen sei jedoch die Anwendung direkt in der Scheide unangenehm.

Darüber hinaus gibt es auch Hormonpflaster und -implantate. «Das Pflaster muss wöchentlich, also innerhalb von drei Wochen dreimal aufgeklebt werden», erklärt Albring. «Dabei geht das Hormon über die Haut ins Blut.» Das Implantat wird gleich für drei Jahre eingesetzt und muss dann wieder herausoperiert werden.

Langfristig wirken auch die sogenannten Spiralen, bei denen man zwischen einer Hormon- und einer Kupferspirale unterscheidet und die vom Frauenarzt für fünf Jahre eingesetzt werden. «Die Spiralen sind so zuverlässig wie die Pille, wirken aber nur da, wo sie wirken sollen - und nicht wie die Pille im ganzen Körper», sagt Albring.

Von den nichthormonellen Verhütungsmitteln ist das Kondom am weitesten verbreitet. Gerade bei neuen Partnern oder beim Sex mit häufig wechselnden Partnern sollte es trotz Pille verwendet werden. «Das Kondom dient schließlich nicht nur der Verhütung», erklärt Marita Völker-Albert, Sprecherin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Bonn. «Es bietet auch Schutz vor HIV und anderen Krankheiten wie Hepatitis, Tripper oder Syphilis.» (Von Aliki Nassoufis, dpa)