Verhütung im Vergleich
02.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Die Pille schwächt auch Blutungen und Regelschmerzen ab und ist zyklusstabilisierend», sagt Endokrinologe Mueck. «Außerdem schützt sie, wie Studien ergaben, vor verschiedenen Krebsarten wie Eierstock-, Dickdarm- und Gebärmutterkrebs.» Allerdings sei das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, mit der Pille größer. «Doch das wird wiederum durch die empfohlenen Abstriche und regelmäßigen Untersuchungen beim Frauenarzt aufgefangen.»
Nicht für jede Frau empfiehlt sich jedoch die Anti-Baby-Pille. «Frauen, die schon einmal eine Thrombose hatten oder unter erblich bedingten Gerinnungsproblemen leiden, sind einem größeren Thromboserisiko ausgesetzt», erklärt Mueck. Außerdem soll für Raucherinnen ab 30 die Pille wegen des erhöhten Risikos von Herzinfarkten und Schlaganfällen gar nicht mehr verschrieben werden.
Dieses Risiko ist für vorbelastete Frauen geringer, wenn sie mit der Mini-Pille verhüten, die nur das Gelbkörperhormon in niedrigen Dosen beinhaltet. «Doch anders als bei der klassischen Pille ist der zeitliche Spielraum, den man bei der Einnahme hat, geringer», sagt Mueck. Statt bis zu zwölf Stunden muss die Mini-Pille mit höchstens drei Stunden Verzögerung im Vergleich zum Vortag eingenommen werden.
Darüber hinaus gibt es auch Hormonpflaster und -implantate. «Das Pflaster muss wöchentlich, also innerhalb von drei Wochen dreimal aufgeklebt werden», erklärt Albring. «Dabei geht das Hormon über die Haut ins Blut.» Das Implantat wird gleich für drei Jahre eingesetzt und muss dann wieder herausoperiert werden.
Langfristig wirken auch die sogenannten Spiralen, bei denen man zwischen einer Hormon- und einer Kupferspirale unterscheidet und die vom Frauenarzt für fünf Jahre eingesetzt werden. «Die Spiralen sind so zuverlässig wie die Pille, wirken aber nur da, wo sie wirken sollen - und nicht wie die Pille im ganzen Körper», sagt Albring.

