21. Dez 2007 14:08
Die meisten Deutschen wollen auch in Zukunft keine Patientenverfügung verfassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Studie. Die Einstellung zu dem Thema ist offenbar einkommensabhängig.
Die Bereitschaft, selbst eine Patientenverfügung zu verfassen, sei stark vom eigenen Erleben abhängig, heißt es in der Studie. So seien Menschen eher dazu bereit, wenn sie im vergangenen Jahr persönliche Erfahrungen mit dem Tod eines nahen Angehörigen gemacht haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine Patientenverfügung hinterlegt hat, sei mehr als drei Mal so hoch bei jenen, die einen Elternteil verloren haben.Frühere Studien gingen nach Angaben des DIW von zwölf bis 25 Prozent aus, die eine solche Verfügung verfasst hätten. Diese Zahl liegt nach Ansicht der Forscher zu hoch, weil die Befragungen unter anderem bei Patienten in Krankenhäusern durchgeführt wurden.
Die Einstellung zu Patientenverfügungen ist offenbar auch einkommensabhängig. Liegt das Haushaltseinkommen unter 750 Euro, lehnen 78 Prozent der Befragten ab, eine Verfügung zu erstellen. Bei Befragten mit einem Haushaltseinkommen über 3500 Euro lehnen nur 35 Prozent eine Patientenverfügung grundsätzlich ab.
Grundlage für die Analysen zur Patientenverfügung ist das sogenannte Sozio-ökonomische Panel (SOEP). Im jährlichen Rhythmus werden dabei seit 1984 repräsentativ ausgewählte Haushalte in Deutschland zu Themen wie Lebensbedingungen und Wertvorstellungen befragt. (epd)