26.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Aids-Schleife
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Trotz Aufklärungskampagnen steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem tödlichen HI-Virus in Deutschland an. Die meisten Infizierten sind Männer, die mit Männern Sex hatten.
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist in diesem Jahr um fünf Prozent auf 3000 gestiegen. Damit leben derzeit etwa 59.000 Menschen mit einer HIV-Infektion in der Bundesrepublik. Rund 9.500 von ihnen sind bereits an Aids erkrankt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag mitteilte. Etwa 650 Menschen sind seit Jahresbeginn daran gestorben.
Die Anzahl der Neuinfektionen steigt bereits seit mehreren Jahren. Im Jahr 2004 zählte das Institut rund 2200 NeuInfizierte. Trotz des Anstiegs hat Deutschland im internationalen Vergleich eine immer noch geringe Infektionsrate. RKI-Präsident Reinhard Kurth warnte allerdings davor, die Gefahr der Immunschwäche zu unterschätzen. «Trotz der modernen Medikamente ist noch niemand von seinem HIV geheilt worden, und auch die Impfstoffentwicklung bleibt schwierig», betonte er.
Die größte Gruppe der HIV-Infizierten sind mit 34.000 Personen dem Institut zufolge Männer die mit anderen Männern Sex hatten. Rund 7500 Menschen haben sich über heterosexuelle Kontakte angesteckt. Etwa 9000 kommen aus Ländern mit besonders hoher HIV-Rate und haben sich dort über heterosexuelle Kontakte infiziert.
Sven Christian Finke von der Deutschen Aids-Hilfe sagte, es gebe unter Homosexuellen eine «gewisse Präventionsmüdigkeit». Es infizierten sich jetzt auch «Leute, die bisher safer sex praktiziert haben». Möglich sei auch ein «abnehmendes Risikobewusstsein» angesichts der Therapieerfolge bei der Krankheit. Finke kündigte für 2008 eine auf Homosexelle zugeschnittene Aufklärungskampagne an.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sagte, die Bundesregierung habe die Mittel für die Aidsprävention in diesem Jahr um drei Millionen auf jetzt 12,2 Millionen Euro erhöht. Außerdem unterstützen die privaten Krankenversicherungen die Prävention mit rund 3,4 Millionen Euro. Schmidt kündigte an, auch den Forschungsetat im kommenden Jahr besser auszustatten. Statt 1,5 Millionen sollen dann zwei Millionen Euro fließen. (nz/AP/epd)