Uno korrigiert HIV-Zahlen nach unten20. Nov 2007 16:15  |  Aids-Aufklärung in Südafrika | Foto: dpa |
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Zwar gab es statistisch gesehen 2007 weniger HIV-Infizierte als im Vorjahr. Das tödliche Virus breitet sich aber weiter nahezu ungehindert aus: Jeden Tag infizieren sich weltweit 6800 Menschen.
Trotz aller Mühen im Kampf gegen Aids haben sich in diesem Jahr 2,5 Millionen Menschen neu mit der tödlichen Immunschwäche infiziert. Das berichtete das Aidsprogramm UNAIDS der Vereinten Nationen am Dienstag in Genf. Die Organisation rechnet mit 2,1 Millionen Aidstoten in diesem Jahr. Weltweit werden Ende 2007 voraussichtlich 33,2 Millionen Menschen mit dem Erreger HIV im Blut leben.Der jüngste UN-Aidsbericht korrigiert damit die Schätzung der Gesamtzahl der HIV-Infizierten im Jahresvergleich um 16 Prozent nach unten. Das liege vor allem an Änderungen der Statistik und einer besseren Datenbasis, betonte UNAIDS. Keinesfalls sei das Virus weltweit auf dem Rückzug. Ende 2006 waren weltweit 39,5 Millionen Menschen infiziert.
Die Änderungen gründen sich zu fast drei Vierteln auf neue Zahlen aus sechs Ländern: Indien, Angola, Kenia, Mosambik, Nigeria und Simbabwe. Dazu zählen genauere Umfragen in der Bevölkerung und verbesserte mathematische Modelle über die Ausbreitung der Krankheit. Direkt vergleichbar seien die Angaben von 2006 und 2007 damit nicht mehr. Besonders für Indien wurden die Zahlen nach unten korrigiert. Täglich infizieren sich laut UNAIDS 6800 Menschen neu mit HIV. 5700 sterben an den Folgen, vor allem deshalb, weil sie keine Medikamente gegen die Immunschwäche bekommen. Laut UNAIDS gibt es aber auch ermutigende Zeichen: In einigen Ländern gehe der Anteil der Infizierten an der gesamten Bevölkerung zurück.
Stichwort: HIVDas Humane Immundefizienz-Virus zerstört eine Gruppe von Blutzellen, die an der Koordination des Immunsystems beteiligt sind. Damit werden die Infizierten anderen Krankheiten weitgehend schutzlos ausgeliefert. Medikamente können den Verlauf nur bremsen, das Virus aber nicht aus dem Körper drängen. |
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Das gelte in Afrika etwa für die Elfenbeinküste, Kenia und Simbabwe. In den beiden letzteren Ländern gebe es Hinweise darauf, dass zum Teil ein verantwortungsvolleres Sexualverhalten die Ursache sei. In den asiatischen Ländern Thailand, Kambodscha und Birma gehe der Anteil der Infizierten zurück, in Vietnam und Indonesien hingegen steige er. 2,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren lebten 2007 mit HIV/Aids, 90 Prozent von ihnen im südlichen Afrika. Unter den Aidstoten dieses Jahres sind UNAIDS zufolge 330.000 Kinder. Weltweit zerfällt die Aidsepidemie in zwei große Muster, heißt es in dem Report «Aids Epidemic Update 2007». Im Süden Afrikas ist das Virus so weit verbreitet, dass sich Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung anstecken. Hier leben 22,5 Millionen Infizierte, und hierher stammten 76 Prozent aller Aidstoten. Mehr als zwei Drittel aller Neuinfektionen ereigneten sich ebenfalls südlich der Sahara. Im Rest der Welt konzentrierten sich die Fälle vor allem auf die Risikogruppen der Homosexuellen, Drogenabhängigen und Prostituierten sowie deren Sexpartner.
| Aidszahlen weltweit | | Region | Infizierte | Neuinfizierte in 2007 | Tote | | Afrika südlich der Sahara | 22,5 Mio. | 1,7 Mio. | 1,6 Mio. | | Naher Osten/Nordafrika | 380.000 | 35.000 | 25.000 | | Süd- und Südostasien | 4,0 Mio. | 340.000 | 270.000 | | Ostasien | 800.000 | 92.000 | 32.000 | | Ozeanien | 75.000 | 14.000 | 1200 | | Lateinamerika | 1,6 Mio. | 100.000 | 58.000 | | Karibik | 230.000 | 17.000 | 11.000 | | Osteuropa/Zentralasien | 1,6 Mio. | 150.000 | 55.000 | | West-/Mitteleuropa | 760.000 | 31.000 | 12.000 | | Nordamerika | 1,3 Mio. | 46.000 | 21.000 | | Insgesamt | 33,2 Mio. | 2,5 Mio. | 2,1 Mio. | | Quelle: UNAIDS |
Wie in den vergangenen Jahren gibt es ein großes Gefälle bei den Opferzahlen: In Nordamerika sowie West- und Zentraleuropa zusammen starben im Jahr 2007 etwa 33.000 Menschen an Aids. Im Süden Afrikas waren es 1,6 Millionen.
In Deutschland gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zwischen Januar und Juli dieses Jahres 1334 gemeldete HIV- Neuinfektionen. Das seien neun Prozent mehr gewesen als in der ersten Jahreshälfte 2006, damals wurden 1224 neue Fälle registriert. Insgesamt blieben die Neuinfektionszahlen damit auf hohem Niveau. Ende 2006 lebten in Deutschland rund 56.000 Menschen mit dem Aidserreger, Zahlen für 2007 will das RKI am 26. November vorlegen. (nz/dpa)
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