Bleib dünn, bekomm keinen Krebs01. Nov 2007 18:06  |  Bewegung empfohlen | Foto: dpa |
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Selbst Menschen mit normalem Gewicht sollten abnehmen, damit sie ihr Krebsrisiko verringern. Mit rigiden Ernährungsempfehlungen will ein Forschungsinstitut die weltweite Krebsrate senken.
Mit radikalen Ernährungsempfehlungen will der World Cancer Research Fund die Zahl der weltweiten Krebserkrankungen senken. Selbst Menschen, die nicht übergewichtig sind, sollten der Empfehlung des US-Institutes nach abnehmen, damit sie ihr Risiko senken, an Krebs zu erkranken.
In der Studie empfehlen die Wissenschaftler, das eigene Körpergewicht so gering wie möglich zu halten und bezieht sich dabei auf den so genannten Body-Mass-Index (BMI, siehe Kasten). Danach gelten Personen mit einem BMI zwischen 19 und 25 als normalgewichtig. Der Studie nach steigt aber das Krebsrisiko, wenn der BMI gegen 25 tendiert. «Jeder sollte versuchen, so weit wie möglich an die untere Grenze des Normalgewichts zu kommen», empfehlen die Autoren. In der über 500 Seiten starken Publikation wird unter anderem empfohlen, Alkohol und zuckerhaltige Getränke sowie verarbeitetes Fleisch zu vermeiden. Pro Woche solle jeder nur 500 Gramm rotes Fleisch (immerhin fünf Hamburger) verzehren. Schinken oder Salami sollten gänzlich vom Speiseplan. Mütter, die ihre Kinder stillen, könnten das Brustkrebsrisiko ebenfalls senken, zudem seien die Säuglinge vor Übergewicht geschützt.
Stichwort: Body-Mass-IndexDer BMI ist der Quotient von Körpergewicht zum Quadrat der Körpergröße. Ab einem BMI von 25 gilt ein Mensch per Definition als übergewichtig. Diese Berechnungsmethode ist allerdings umstritten, da sie die Menge des Körperfettes nicht berücksichtigt. Andere Berechnungsmethoden wie das Verhältnis von Taille und Hüftumfang werden inzwischen als aussagekräftiger angesehen. |
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Auf neue Erkenntnisse stützen sich die Autoren dabei allerdings nicht. Sie haben vielmehr rund 7000 bereits exsistierende Studien zusammengeführt und kommen zu dem Schluss, dass Körperfett eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Darm- und Brustkrebs einnimmt.Krebs sei kein Schicksal, sondern eine Frage des Risikos, sagte Studienautor Martin Wiseman. Dieses Risiko könne jeder durch eigenes Verhalten vermindern. Die Autoren gehen davon aus, dass durch Einhaltung ihrer Ernährungsempfehlungen drei der zehn Millionen Krebsfälle pro Jahr zu vermeiden seien.
Andere Krebsspezialisten sehen die Empfehlungen eher kritisch. Karol Sikora von CancerPartners, dem größten britischen Krebs-Netzwerk, sagte der BBC, Alkohol, rotes Fleisch und Schinken, in Maßen verzehrt, schadeten dem menschlichen Organismus nicht. Es sei schlicht falsch, diesen Eindruck zu erwecken. Vielmehr gehe es darum, das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es gesunde und ungesunde Ernährungsweisen gebe. Die Empfehlung rigiden Vermeidens von einzelnen Lebensmitteln hält Sikora für wenig hilfreich.Antonia Dean, eine Spezialistin in der Brustkrebsfürsorge, ergänzte, es sei schwer, einzelne Ursachen für Brustkrebs verantwortlich zu machen. Nach dem Geschlecht sei immer noch das Alter der höchste Risikofaktor, Brustkrebs zu bekommen. (nz)
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