netzeitung.deSeehofer will Dicke dünner machen

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Horst Seehofer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Horst Seehofer
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Verbraucherschutzminister Seehofer sieht in der Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit «ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem». Dieses will er nun lösen.

Deutsche sind die dicksten Europäer - so lautete jüngst das Ergebnis einer internationalen Studie. Wenn es nach Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) geht, soll das bald nicht mehr so sein. Im Mai will er Eckpunkte der Bundesregierung zur Förderung von ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung vorstellen.

«Die Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit stellt vor allem auf Grund der gesundheitlichen Folgewirkungen ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem dar, dem entgegengewirkt werden muss», sagte Seehofer der «Berliner Zeitung». Dazu sei eine bessere Aufklärung und eine umfassende Präventionsstrategie nötig, an der sich Politik, Wissenschaft, Sport- und Elternverbände, Krankenkassen, Gewerkschaften und Ernährungswirtschaft beteiligen müssten.

Die Eckpunkte
Der Seehofer-Plan im Einzelnen:

VORSORGE: Die Devise ist mehr Vorsorge und Aufklärung. Damit sollen auch Kosten im Gesundheitssystem gedrosselt werden.

KINDER: Die Zunahme der Zahl übergewichtiger Kinder soll laut einem Entwurf bis 2010 gestoppt und bis 2020 merklich verringert werden. In den Schulen soll Ernährung eine größere Rolle spielen. Das Verbraucherministerium will außerdem eine gesündere Esskultur in der Familie erreichen.

KANTINEN: Das Essen in Schulen, Firmenkantinen und Seniorenheimen soll nach den Plänen des Ministeriums gesünder werden.

BEWEGUNG: Seehofer will die Bundesbürger - besonders Kinder - zu mehr Bewegung animieren.


Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Zöller (CSU) warnte in der Zeitung, Länder und Kommunen dürften nicht an der falschen Stelle sparen: «Es macht keinen Sinn, über gesunde Ernährung zu reden, wenn gleichzeitig in Schulen die Turnstunden ausfallen und Landratsämter ihre Ernährungsberater streichen». Grünen- Fraktionsvorsitzende Renate Künast forderte «eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln, die auf den ersten Blick erkennbar machen, was drin ist».

Bier, Fett und Bewegungsmangel machen die Deutschen nach Expertenauskunft zu den dicksten Bürgern der EU. Sie lägen beim Gewicht gleichauf mit den USA, hatte die «Süddeutsche Zeitung» am Donnerstag berichtet. Einer internationalen Studie zufolge sind in Deutschland 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen zu dick.

Die Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO), die der Zeitung vorliegt, soll am Sonntag veröffentlicht werden. Die Bundesrepublik hat den Angaben zufolge Tschechien, Zypern und Großbritannien in der Rangliste der Dicken abgelöst, die EU- Spitzenreiter in den vergangenen Jahren waren. (dpa)