netzeitung.deGreenpeace vergibt Pestizid-Preise an Supermärkte

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Greenpeace gegen Pestizide (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Greenpeace gegen Pestizide
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit einer Aktion unter dem Titel «Das meiste Gift fürs Geld» hat Greenpeace in mehreren Städten «Pestizid-Preise» an Supermärkte vergeben.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat aus Protest gegen Pestizid belastetes Obst und Gemüse an Supermärkte in acht Städten Pestizid-Preise vergeben. «Bei Rewe, Tengelmann und Edeka gibt's das meiste Gift fürs Geld», sagte Greenpeace- Chemieexperte Manfred Krautter am Samstag in Hamburg. Diese würden deshalb «ausgezeichnet». In 10 bis 20 Prozent der Ware dieser Konzerne seien die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten worden, teilte Greenpeace unter Berufung auf eigene neue Untersuchungen mit. Die Aktionen fanden in Hamburg, Berlin, Dortmund, Dresden, Bochum, Köln, Stuttgart und München statt.

Auch aus einer internen Studie des Handels geht laut einem «Spiegel»-Bericht hervor, dass Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau vielfach zu hoch mit Pestiziden belastet ist. Von 3856 Proben der Frucht- und Gemüsesorten aus konventionellem Anbau, die in Baden- Württemberg sowie den angrenzenden Bundesländern gehandelt wurden, hätten neun Prozent die gesetzlich zugelassenen Pestizid-Höchstmengen überschritten und könnten unter Umständen die Gesundheit der Verbraucher gefährden. Den Test habe der «Landesverband Baden- Württemberg des Früchte-Import und -Großhandels» im vergangenen Jahr vorgenommen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die den Bericht zugespielt bekommen habe, wolle nun Anzeige erstatten, schreibt «Der Spiegel». «Wir gehen davon aus, dass die Situation in anderen Bundesländern vergleichbar ist», sagte Krautter. Von den 958 Proben aus Bio-Anbau, die der baden-württembergische Verband ebenfalls geprüft habe, wiesen nur 0,7 Prozent Überschreitungen der Pestizid- Höchstmengen auf. Greenpeace hatte bereits zuvor eine wirksamere Lebensmittelüberwachung gefordert. Sie müsse auch die Kontrolle der Landwirte einschließen und zum Stopp des Einsatzes illegaler Pestizide führen. (dpa)