Kassen fürchten Pleiten mit Gesundheitsfonds
Als Grund für die erwarteten Pleiten nennt der VDAK, dass die Kassen nicht mit dem dann voraussichtlich geltenden Beitragssatz von 14,2 Prozent auskommen könnten und gleichzeitig keine ausreichend hohen Zusatzbeiträge von ihren Versicherten fordern dürften, weil diese höher als die gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze von ein Prozent des Bruttohaushaltseinkommens ausfallen würden.
Mit Einführung des Gesundheitsfonds soll künftig von der Regierung ein für alle Kassen einheitlicher Beitragssatz festgelegt werden. Die Beitragseinnahmen sollen im Fonds zusammenfließen. Daraus bekäme jede Kasse pro Versicherten einen einheitlichen Betrag. Dazu soll es einen Finanzausgleich geben, um die Unterschiede zwischen Kassen mit vielen Kranken und Kassen mit eher gesunden Mitgliedern abzuschwächen.
Die Experten der Behörde sehen noch weitere Probleme. So sei unklar, wie bei einem Insolvenzverfahren vorgegangen werden soll. Offen sei ebenfalls, wie die Ansprüche der Gläubiger abgewickelt werden. Daneben befürchten die Fachleute «weitere Auswirkungen von erheblicher Tragweite». So müssten finanziell angeschlagene Kassen mit Zusatzkosten rechnen. Manche Kliniken und Ärzte würden die Patienten möglicherweise nur noch gegen Vorkasse behandeln, um nicht auf ihren Rechnungen sitzen zu bleiben.
Laut VDAK Niedersachsen würden nach 2009 jedes Jahr weitere der derzeit 250 gesetzlichen Kassen schließen müssen. Etwa jede fünfte werde Zusatzprämien in unterschiedlicher Höhe verlangen müssen, da sie ansonsten rote Zahlen schriebe. Derzeit gibt es rund 250 gesetzliche Krankenkassen mit insgesamt 28 Millionen zahlenden Mitgliedern und mehr als 40 Millionen kostenlos Mitversicherten. Vor 15 Jahren gab es noch über 1000 gesetzliche Kassen. (nz)

