EU ruft zur Impfung auf und warnt:
Jeder Dritte könnte sich infizieren
27.10.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Die wirtschaftliche Erholung in der EU könne durch die Grippe geschwächt werden: «Bestimmte Wirtschaftszweige, wie Tourismus oder Freizeitindustrie, könnten Einbußen erleiden», sagte Vassiliou. Außerdem seien eine niedrigere Produktivität und Störungen der Produktionsabläufe in den Unternehmen durch höhere Krankenstände und weniger Konsum infolge von Unsicherheit denkbar.
Innerhalb der EU könne es zu einem Wettlauf um den Impfstoff kommen, sollte sich das Virus ausbreiten und aggressiver werden, so Vassiliou. «Möglicherweise wird aber nur eine Impfung, anstatt wie bisher geplant zwei Impfungen notwendig sein, das wird in Kürze von den europäischen Gesundheitsbehörden entschieden. Es wäre gut, wenn diejenigen Staaten, die dann über zu viel Impfstoff verfügen, etwas davon abgeben könnten an die Länder, die zu wenig haben.»
Die EU-Kommissarin rief die Bevölkerung zur Impfung auf: «Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen gegen die 'Schweinegrippe' impfen lassen. Je höher die Zahl der geimpften Menschen ist, desto weniger kann sich die Pandemie ausbreiten.»
60 Prozent der Befragten lehnten eine Immunisierung ab, lediglich 13 Prozent stimmten zu. 27 Prozent äußerten sich noch unentschlossen, wie eine repräsentative Studie des Hamburger Gewis-Instituts im Auftrag der Zeitschrift «Das Neue» ergab. Für drei Viertel der Befragten (75 Prozent) ist nach Angaben des Blattes die Angst vor Nebenwirkungen ein Grund für die Zurückhaltung. Nur 25 Prozent gaben an, dass sie keine Angst hätten. 89 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass sie sich überhaupt mit der Schweinegrippe anstecken werden. Lediglich elf Prozent fürchten sich vor einer Ansteckung. (AP/dpa/nz)

