Nicht-Trinken als Risikofaktor?: 

netzeitung.deAbstinenzler haben häufiger Depressionen

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Alkohol - Auf die Menge kommt es an (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Alkohol - Auf die Menge kommt es an
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zu viel Alkohol ist schlecht für Körper und Geist. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass auch zu wenig Alkohol gravierende Folgen für die Gesundheit haben kann.

Die negativen Auswirkungen von exzessivem Alkoholkonsum auf die physische und psychische Verfassung sind seit langer Zeit bekannt. Englische und norwegische Wissenschaftler haben nun eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Sie stellten einen Zusammenhang zwischen Abstinenz und vermehrtem Auftreten von Depressionen fest.

Hauptautor J. C. Skogen und Kollegen werteten Daten einer großen Umfrage in Norwegen aus. Für die Nord-Trøndelag Health Study (Hunt Study) wurden 38.000 Menschen befragt, unter anderem zu Trinkgewohnheiten und geistiger Gesundheit.

Geplagte Abstinenzler
Im Fachblatt «Addiction» (Sucht) berichten die Wissenschaftler, dass Menschen, die extrem selten Alkohol trinken, häufiger Depressionssymptome aufwiesen als moderate Konsumenten. Das höchste Risiko für Depressionen weisen der Studie zufolge Abstinenzler und starke Trinker auf. Die überraschende Erkenntnis der Studie: Zieht man Risikofaktoren wie physische Gesundheitsprobleme, mangelhafte soziale Einbindung oder ehemaligen Alkoholismus ab, bestehe für Abstinenzler und «Wenig-Trinker» immer noch ein erhöhtes Risiko für Depressionen.

Das ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Depression besteht, halten die Wissenschaftler für gegeben. Wie aber das das Verhältnis von Ursache und Wirkung ist, wird nicht beantwortet. Haben Menschen im Durchschnitt ein erhöhtes Risiko für Depressionen, weil sie sehr wenig oder gar keinen Alkohel trinken. Oder trinken Menschen, die zu Depressionen neigen, nur sehr wenig oder gar keinen Alkohol.


Für das Web ediert von Patrick Loewenstein