Verbraucher werden getäuscht: 

netzeitung.deLebensmittelimitate im Supermarkt

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Surimi-Garnele (l.) und echte Garnele (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Surimi-Garnele (l.) und echte Garnele
Foto: Verbraucherzentrale Hamburg
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Viele Hersteller ersetzen Vitamine und Mineralstoffe durch Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Der Käufer merkt das häufig nicht, eine Liste der Verbraucherzentrale Hamburg schafft nun Abhilfe.

Zuletzt sorgten Analog-Käse und falscher Schinken für Schlagzeilen. Doch das ist offensichtlich nur die Spitze eines Eisbergs. Denn nicht immer ist auch drin, was draufsteht. Eine neue Liste der Verbraucherzentrale Hamburg entlarvt Lebensmittelimitate. Besonders dreist täuschten Hersteller ihre Kunden, wenn deren Produkte gar nichts von den versprochenen Zutaten enthalten, sagt Silke Schwartau, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg.

Surimi-Garnelen haben mit echten Garnelen nur die Form gemeinsam, sie werden aus gepresstem Fisch- und Hühnereiweiß geformt. Gleiches gilt oft auch für sogenannte Meeresfrüchtecocktails.

Nur die Spitze des Eisberges
Wasabi-Erdnüsse enthalten meist keine Spur des japanischen Meerrettichs. In Vollkornbrötchen findet sich häufig zu wenig Vollkornmehl, sie werden mit Malzsirup dunkel gefärbt. Auch Vanilleeis hat oft nichts mit Vanille zu tun: Als Geschmacksstoff wird synthetisches Vanillin beigemengt. Die Fälle auf der Liste stehen laut Schwartau nur stellvertretend für viele andere Fälle der Lebensmittelverfälschung.

Woraus Lebensmittelimitate wirklich bestehen, könne der Verbraucher nur in der Zutatenliste sehen. «Die ist aber oft miniklein und dann auch noch dunkelblau auf hellblau geschrieben«, sagt Schwartau. Und bei lose verpackten Lebensmitteln wie dem Meeresfrüchtecocktail aus Fischmuskeleiweiß auf der Liste hätten Verbraucher gar keine Kontrollmöglichkeit.

Gesundheitlich bedenklich
Die Verbraucherschützerin hält die Imitate auch für gesundheitlich bedenklich. Zum einen peppten die Hersteller sie meist durch Farbstoffe und Geschmacksverstärker auf. Diese führten dazu, dass der Käufer zu viel davon isst. Zum anderen fehlten den Imitaten genau die gesunden Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe der Zutaten, die ersetzt wurden. Echter Wasabi wirke beispielsweise antibakteriell, Wasabi-Erdnüsse ohne den japanischen Meerrettich nicht. «Stattdessen beißen Sie auf Geschmacksverstärkern herum», sagt Schwartau. (dpa/nz)