24.05.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Red Bulls cola-Drink sorgt füp Aufregung
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bereits in fünf Bundesländern darf das Cola-Getränk von Red Bull wegen Spuren von Kokain nicht mehr verkauft werden. Ein Pharmakologe hält die Vorsichtsmaßnahme aber für reichlich übertrieben, zumal die Werte schwanken.
Fans der Cola von Red Bull sitzen in immer mehr Bundesländern auf dem Trockenen. Nach dem Fund von Kokainspuren in dem Cola-Gemisch haben die Lebensmittel-Aufsichtsbehörden mehrerer Bundesländer das Getränk aus dem Verkehr gezogen. Nach Hessen und Nordrhein-Westfalen bestätigten am Wochenende auch Thüringen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen ein entsprechendes Verkaufsverbot. «Die Cola ist nicht gesundheitsgefährdend, aber sie verstößt gegen Lebensmittelrecht», sagte Thomas Schulz, Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, der Nachrichtenagentur dpa. «Auch wenn die nachgewiesene Substanz unbedenklich ist, handelt es sich rechtlich bei dem Getränk um kein Lebensmittel, sondern ein Betäubungsmittel.»
Das nordrhein-westfälische Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) hatte in der Cola Spuren von Kokain gefunden, die offensichtlich von einem dekokainierten Cocablatt-Extrakt stammen. Damit sei die Cola kein Lebensmittel mehr, sondern fällt nach Angaben des Bundesverbraucherschutzministeriums unter das Betäubungsmittelgesetz. Das Ministerium wies am Samstag erneut darauf hin, dass Verbraucherschutz Sache der Bundesländer sei und nur dort über ein mögliches Verkaufsverbot entschieden werden könne. Alle Länder hätten das LIGA-Gutachten bekommen, erklärte eine Sprecherin. Der Pharmakologe Fritz Sörgel hält die Maßnahmen gegen das Getränk für übertrieben.
Messung zu empfindlich?Er habe bei einem massenspektroskopischen Schnelltest erhebliche Schwankungen zwischen verschiedenen Chargen von Red Bull Cola für die Stoffe Kokain und dessen Abbauprodukt Benzoylecgonin (BEC) gefunden, sagte der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg der dpa. «Wir haben auch den Koffeingehalt gemessen. Auch er ist sehr variabel», erläuterte er. «Wenn man andere Nahrungsmittel und Getränke auf diesem Level der Empfindlichkeit messen würde, wie jetzt Red Bull Cola, fände man vieles», sagte der Experte. «Dank moderner Analysenmethoden lernen wir immer mehr, dass wir in einem Meer von Drogen und Dopingstoffen leben.»
Red Bull wehrt sich gegen das Verkaufsverbot. «Dekokainierte Cocablatt-Extrakte werden weltweit als Aroma in Lebensmitteln eingesetzt», zitierte die «Frankfurter Neue Presse» am Samstag das Unternehmen. Red Bull Cola sowie andere Lebensmittel, die Cocablatt-Extrakte enthielten, gälten sowohl in der EU als auch in den USA als unbedenklich und verkehrsfähig. Red Bull verwendet nach eigener Mitteilung für sein Getränk einen Extrakt aus Kokablättern, aus dem Kokain entzogen wurde. «Aktuelle Analyseergebnisse haben bestätigt, dass der verwendete Blattextrakt unbedenklich ist», teilte das Unternehmen mit. (nz/dpa/AP)