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Pleite bei Billig-Kette McZahn: 

Vom Nulltarif zur Nullnummer

01. Okt 2008 16:17
McZahn versprach Zahnersatz ohne Zuzahlung
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So mancher McZahn-Kunde mit Provisorium im Mund wird an dieser Nachricht hart zu beißen haben. Die Billig-Zahnarzt-Kette ist jetzt ein Patient für den Insolvenzverwalter – und steht unter Betrugsverdacht.

«Zahnersatz zum Nulltarif» war stets der Slogan der Marke McZahn. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren wurde euphorisch die Eröffnung der ersten Lizenz-Praxis gefeiert. Doch nach einer Kette von Skandalen bleibt dem Unternehmen aus dem niederrheinischen Willich nun nur noch der Gang zum Insolvenz-Richter.

Hatte das Unternehmen zum Start noch versprochen, dass bis Ende 2009 bundesweit insgesamt 400 Praxen unter seinem Logo den Betrieb aufgenommen haben sollen, so sind es heute kaum mehr als eine Hand voll. Immer wieder weckte das Unternehmen das Interesse der Öffentlichkeit. Und immer wieder wurde die Staatsanwaltschaft tätig. Vor allem Ex-Manager Werner Brandenbusch ist im Visier der Ermittler.

Verdacht des Betrugs und der Urkundenfälschung

Mal waren es Ermittlungen gegen einen Zahnarzt, dann Ermittlungen gegen den Vorstandssprecher. Dann machte sich der Verdacht des Betrugs und der Urkundenfälschung gegen das Unternehmen breit, das gefälschte Zertifikate für Zahnersatz aus China bei den Kassen eingereicht haben soll.

Dabei soll ein Schaden von 860.000 Euro entstanden sein. Kurz vor dem Insolvenzantrag soll der einzige verbliebene Vorstands-Manager abgelehnt haben, dass die Kette in «Billig-Zahn» umbenannt und der Markenname McZahn verkauft wird. Das bestätigte auch ein Sprecher des Amtsgerichts in Krefeld.

«Hat der Arzt die Räume selber angemietet, bleibt er»

Ob die Zahnärzte ihre Praxen weiterführen können, hängt davon ab, wer die Räume angemietet hat, sagte Rechtsanwalt Marco Hero in Düsseldorf. «Hat der Arzt die Räume selber angemietet, bleibt er da», erklärte der auf Franchise-Recht spezialisierte Jurist.

Allerdings haben die Franchise-Nehmer durch die Insolvenz von McZahn ein außerordentliches Kündigungsrecht. Machen sie davon Gebrauch, dürfen sie allerdings den Markennamen nicht mehr nutzen.

Zahnersatz erst einmal auf eigene Kosten

Patienten, die bereits auf einem McZahn-Behandlungsstuhl Platz genommen haben und derzeit auf einen Zahnersatz «made in China» warten, müssen sich wohl gedulden. Davon ist auch Hero überzeugt. Der Zahnarzt habe aber auch die Möglichkeit, den Zahnersatz erst einmal auf eigene Kosten vom Lieferanten zu kaufen.

Mit der Insolvenz überrascht die Kette viele Branchenkenner nicht. «Gerüchte gab es schon länger, dass die zahlungsunfähig sind», sagte der Gerichtssprecher. «Das war absehbar», sagte Manfred Sietz von der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe in Münster.

«Das ist das, was wir immer vermutet haben. Nur dachten wir, das passiert ein Jahr früher», so der Kammersprecher, der auch gleich eine Erklärung für die Pleite der Billig-Anbieter parat hat: «Für Null etwas zu kriegen, das geht heute nicht mehr - oder mit erheblichen Abstrichen.» (Alexandra Balzer, dpa)

 
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