22. Jul 2008 13:02
Etwa 11.000 Männer sterben in Deutschland pro Jahr an Prostatakrebs. Britische Wissenschaftler erproben derzeit ein Medikament, dass die Behandlung dieses aggressiven Krebses revolutionieren könnte.
Abiraterone führte bei einer Vielzahl von Studienteilnehmern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs zu einer deutlichen Verkleinerung der Tumore, verringerter Schmerzen und einem Absinken der tumortypischen Antigene im Blut. Wie Studienleiter de Bono berichtet, nehmen einige Teilnehmer das Medikament bereits seit knapp drei Jahren. Erkrankte, bei denen Operation und Chemotherapie nicht zum Erfolg führen, überleben in der Regel nicht länger als ein Jahr oder 18 Monate.Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern – vor allem im fortgeschrittenen Alter. Jährlich sterben in Deutschland etwa 11.000 Betroffene. Prostatakrebs ist damit die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung. Im frühen Stadium ist dieser Krebs durch eine Operation recht gut behandelbar.
Da die Krebszellen zur Entwicklung das Hormon Testosteron benötigen, setzten bisherige Behandlungsmethoden bei der Unterdrückung dieses Hormons durch operative oder chemische Kastration an. Da die Tumorzellen darauf mitunter aber auch nicht reagieren, wird inzwischen davon ausgegangen, dass die Zellen ihr eigenes Testosteron produzieren. Hier setzt nun das neue Medikament an: Abiraterone verhindert die Testosteronproduktion im gesamten Organismus, indem es das dafür benötigte Enzym CYP17 blockiert.Studienleiter de Bono erwartet, dass das Medikament in drei Jahren zur Marktreife gelangt. Abiraterone sei potenziell ein riesiger Schritt in der Krebstherapie, auch wenn weitere Studien nötig sind, sagte er der Londoner Times. Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium sei bisher schwer zu behandeln und nahezu immer tödlich. «Mit dem neuen Medikament hoffen wir, Leben zu verlängern», ergänzte er. (nz)