Studie aus London:
Radlern drohen Unfruchtbarkeit und Impotenz
18. Jul 2008 14:04
 |  Zu langes Radeln wie bei der Tour de France kann schmerzhaft werden | Foto: dpa |
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Erektionsstörungen, Taubheitsgefühle, Hautprobleme - was ein britscher Urologe in einer aktuellen Studie herausgefunden hat, lässt Radler erschauern. Offenbar ist das Strampeln für Männer besonders gefährlich.
Regelmäßiges Radfahren kann schwere Gesundheitsschäden im männlichen Genitalbereich verursachen. Wie der Londoner Urologe Vinod Nargund im Fachblatt «BJU International» schreibt, reichen die Beschwerden von Hautproblemen am Gesäß über Taubhaut der Genitalien bis hin zu Erektionsstörungen. Außerdem verringere die beim Radeln entstehende Hitze in der Beckengegend die Spermienfunktion, was zu Unfruchtbarkeit führe.
Mountainbiker leben am gefährlichsten
Besonders gefährdet sind Studien zufolge Mountainbiker, die sehr häufig Anomalien in der Region um den Hodensack entwickeln. «Diese Zone ist empfindlich», betont Nargund. «Haarfollikel sowie Schweiß- und Talgdrüsen bilden eine Grundlage für Infektionen.» Zudem könne der Druck durch den Sattel die Blutversorgung des Areals beeinträchtigen.
Die Befragungen ergaben, dass 60 Prozent der männlichen Vielradler über Taubheit der Genitalien klagen. Nargund empfiehlt daher, vor allem bei längeren Touren Pausen einzulegen. Zudem solle man bei der Gangschaltung nicht zu schwere Stufen wählen, weil dies den Druck auf die Auflagefläche erhöhe.
Frauensättel sind am sichersten
Um die Belastung der empfindlichen Körperregion abzufedern, rät der Urologe zu besonders gepolsterten Hosen und Sätteln – am besten würden sich breite Frauensättel eignen, meint der Kölner Mediziner Frank Sommer.
Er führte bereits 2001 eine Studie durch, die in der Fachzeitschrift «Deutsche Medizinische Wochenschrift» veröffentlichte. Sommer maß die Durchblutung bei gesunden 100 Männern, die wöchentlich mindestens 300 Kilometer zurücklegen. Bei Touren auf Rennradsätteln nahm der Blutfluss bis zu 70 Prozent ab. Laut «Fahrradtest.de» wurde der Zusammenhang zwischen Radfahren und Impotenz besonders von US-Mediziner Irwin Goldstein lanciert. Schon seit 1997 mache er Fahrradsitze für Impotenz verantwortlich. Bisher gab es dafür aber keinen wissenschaftlichen Beweis. (nz/AP)