netzeitung.deAspirin-Wirkstoff gegen Leukämie

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Strukturmodell der Acetylsalicylsäure. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Strukturmodell der Acetylsalicylsäure.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Hinweise darauf, dass Aspirin und ähnliche Medikamente Herzkrankheiten und bestimmten Krebsarten vorbeugen können, werden jetzt durch eine neue Studie untermauert.

So genannte nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) wie etwa der Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure können offenbar Leukämie-Erkrankungen vorbeugen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Cancer Centers der University of Minnesota in einer jetzt veröffentlichten Studie.
Halbiertes Risiko
Die Auswertung von Daten von Teilnehmerinnen der Iowa Women's Health Study ergab, dass Frauen, die mindestens zweimal pro Woche Aspirin in einer handelsüblichen Dosis einnehmen, ein um über die Hälfte reduziertes Leukämie-Risiko haben.

Unter der Leitung von Julie Ross gingen die beteiligten Forscher der Frage nach, ob Aspirin oder andere schwache Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Entzündungshemmer (z.B. Ibuprofen) gegen Krebs schützen könnten. Dafür werteten sie Daten von 28.244 Frauen aus. Der Aspirin-Wirkstoff, der in Aspirin und einigen anderen Produkten enthalten ist, scheint gegen Leukämie besser zu wirken als andere NSAIDs. «Bisher gab es nur Studien, die NSAIDS nicht in Aspirin und Nicht-Aspirin getrennt haben. Eine Stärke unserer Studie war die Möglichkeit, die Wirkungen von Aspirin und anderen NSAIDs getrennt zu untersuchen», so Ross.

Warnung vor bedenkenloser Einnahme
Das Team ist der Meinung, dass weitere Studien notwendig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen. Aspirin ist eines der am häufigsten angewandten Medikamente überhaupt. Allerdings kann es Nebenwirkungen wie etwa Magengeschwüre hervorrufen.

Acetylsalicylsäure gilt inzwischen als «Alleskönner-Medikament» gilt, das nicht nur gegen Schmerzen wirkt, sondern auch Herzkrankheiten, Krebs und möglicherweise Alzheimer vorbeugt. Viele Mediziner warnen jedoch wegen der möglichen Nebenwirkungen davor, es bedenkenlos zur Prophylaxe solcher Krankheiten einzunehmen.

Die Ergebnisse der Studie werden in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention veröffentlicht. Im Rahmen der Iowa Women's Health Study wurden seit 1985 mehr als 41.000 Frauen nach der Menopause untersucht, befragt und gesundheitlich überwacht. (nz)