netzeitung.deLungenkrebs-Diagnose per Atemanalyse

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Lungenkrebsgewebe. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Lungenkrebsgewebe.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein in Italien entwickelter Sensor soll am Atem von Patienten feststellen können, ob sie an Lungenkrebs erkrankt sind oder nicht. Experten sind jedoch noch skeptisch.

Durch Analyse des Atems soll eine elektronische Nase frühzeitig erkennen helfen, ob Patienten Lungenkrebs haben oder nicht. Wissenschaftler der Universität Rom haben das Gerät jedoch erst an 60 Personen getestet.
Krebs-Spuren im Atem
Ähnlich wie Sensoren, die in der Lebensmittelkontrolle Fäulnisgerüche detektieren, reagiert das Gerät bei der Suche nach Lungenkrebs-Spuren im Atem auf Alkane und Benzol-Derivate. Diese Stoffe werden aus unbekannten Gründen im Atem von Lungenkrebspatienten gefunden. Das Gerät schlug bei allen 35 Testpersonen, bei denen zuvor ein großer Lungentumor diagnostiziert worden war, an, bei den 25 Kontrollpersonen jedoch wie erwartet nicht.

Das Gerät besteht aus acht Sensoren aus Quarzkristallen, die mit unterschiedlichen metallischen Farbstoffen verkleidet sind. Organische Substanzen im Atem binden daran, die Kristalle werden schwerer, wodurch sich ihre natürliche Schwingungsfrequenz ändert. Bestimmte Änderungen im Schwingungsprofil einer Atemprobe im Vergleich zu einem «Normprofil» wertet das Gerät dann für die Diagnose des Lungekrebses aus.

Für die Früherkennung weiterentwickeln
Im nächsten Schritt will der Entwickler Carrado Di Natale die Sensitivität der Sensoren erhöhen, damit Lungenkrebs schon im Frühstadium zu detektieren ist. Er glaubt zwar nicht, dass seine Technik präziser als die bisher verwendete Bronchoskopie sein wird, bei der Lungengewebe für die Analyse entnommen werden muss. «Aber es wäre so viel einfacher», sagte Di Natale dem Wissenschaftsmagazin «New Scientist».

Richard Sullivan vom britischen Cancer Research Institut hält die Analyse des Atems für die Diagnose zwar für wichtig, aber selbst die sensitivste Nase könne nur oberflächliche Tumore erkennen. Bluttests oder Röntgenuntersuchungen seien nach wie vor nicht zu ersetzen. (nz)