netzeitung.deAutoabgase beeinträchtigen männliche Fruchtbarkeit

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Kein ruhiger Ort für Spermien (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kein ruhiger Ort für Spermien
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Straßenverkehr kann zu einer Gefahr für männliche Spermien werden. Zu diesem Ergebnis kommen italienische Forscher.

Einer Studie der Universität Neapel zufolge schädigen Abgase im Straßenverkehr die Spermien von Männern jüngeren und mittleren Alters. Schuld daran sind wahrscheinlich Blei und Stickoxide.

Je beweglicher, desto fruchtbarer
Besonders gefährdet sind Männer, die jeden Tag der Luftverschmutzung im Straßenverkehr ausgesetzt sind: Für die Studie der Universität Neapel wurden die Spermien von 85 Männern untersucht, die rund sechs Stunden täglich an einer Autobahn arbeiteten.

Anschließend verglichen die Forscher das Testresultat mit Daten von Männern, die nicht den Abgasen ausgesetzt waren. Das Ergebnis war eine verringerte Beweglichkeit der Spermien der Autobahn-Arbeiter. Je weniger sich Spermien bewegen können, desto geringer sind aber ihre Chancen, eine Eizelle zu befruchten.

Die Studie zeige, so Michele De Rosa von der Universität Neapel gegenüber dem Online-Magazin der BBC, dass das ständige Einatmen von Abgasen bei jüngeren und Männern mittleren Alters negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit habe.
Die genauen Ergebnisse der Studie sind in der Zeitschrift «Human Reproduction» veröffentlicht.

Danach sind vor allem die größeren Mengen von Stick- und Schwefeloxiden, Kohlenmonoxid und Blei, die die Autobahn-Angestellten eingeatmet hatten, für die Spermienschädigung verantwortlich.

Die Forscher weisen darauf hin, dass weitere Studien nötig sind, um den Zusammenhang noch deutlicher nachzuweisen. Beispielsweise könnte getestet werden, ob die Beweglichkeit der Spermien wieder ansteigt, wenn die Männer längere Zeit vor Auspuffgasen geschützt bleiben.

«Allgemeinzustand maßgeblich»
Hans Hatt von der Ruhr-Universität Bochum sagte der Netzeitung, neben dem Einatmen von Abgasen sei vor allem der Allgemeinzustand der Männer maßgeblich: «Wenn die Versuchsperson gestresst ist, am Vorabend in der Kneipe war oder besonderen Aufregungen ausgesetzt ist, geht sofort die Zahl der Spermien und ihre Beweglichkeit in die Knie», so Hatt.

Schwermetalle seien generell schädigend für Spermien. Für ein abschließendes Fazit entscheidend seien die statistischen Werte, also nach welchen Standards die Tests durchgeführt wurden. «Ein individueller Test kann aber für jemanden, der ständig Abgasen ausgesetzt ist, durchaus sehr sinnvoll sein. Die Veränderung der Beweglichkeit seiner Spermien kann man dann nach einem längeren Urlaub ohne Abgase feststellen», so Hatt weiter.


Für das Web ediert von Max Oppel