netzeitung.deCannabis schädigt Hirnentwicklung von Embryonen

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Cannabis-Konsum während der Schwangerschaft kann auch den Fötus schädigen. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Cannabis-Konsum während der Schwangerschaft kann auch den Fötus schädigen.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Schwangere sollten nicht rauchen - insbesondere kein Marihuana. Denn der Cannabis-Wirkstoff THC stört die Entwicklung des Gehirns.

Wenn Schwangere Marihuana rauchen, dann könnte das die gesunde Entwicklung des Gehirns ihres ungeborenen Kindes gefährden. Insbesondere das Lernverhalten kann negativ beeinflusst werden. Das legen Versuche italienischer Forscher an Ratten nahe.
Schwangere Ratten Cannabis injiziert
Cannabis ist die von Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter am häufigsten konsumierte Droge – abgesehen von Alkohol und Zigaretten. Und Cannabinoide können laut Vincenzo Cuomo von der Cittadella Universitaria di Monserrator im italienischen Cagliari über das Blut der Mutter durch die Plazenta an den Nachwuchs weitergegeben werden, sagt

Um mehr über den Einfluss von Marihuana-Konsum auf die Embryonalentwicklung zu erfahren, injizierte seine Forschungsgruppe schwangeren Ratten jeden Tag den THC-ähnlichen Wirkstoffs WIN. Die Menge wählten die Forscher so, dass sie dem eines mäßigen täglichen Cannabis-Konsums bei Menschen entsprach. Die Nachkommen verglichen die Forscher mit den Jungen unbehandelter Rattenmütter. Beide Rattengruppen mussten im Alter von zwölf, vierzig und achtzig Tagen Gedächtnis- und Bewegungs-Tests absolvieren.

Defekt im Lernsystem
Die jungen, zwölf Tage alten Ratten zeigten eine auffällige Hyperaktivität, wenn sie von Cannabis-behandelten Rattenmüttern abstammten. Mit dem Alter der Ratten verschwand dieser Effekt jedoch. Die Lernschwäche, die die Forscher bei den Cannabis-beeinflussten Ratten außerdem beobachteten, hielt sich jedoch bis ins Erwachsenen-Alter.

Eine Untersuchung der Gehirne der Ratten nach deren Tod ergab, dass das Cannabinoid die Ausschüttung des Nerven-Botenstoffs Glutamat hemmt, wodurch die Übertragung von Signalen von Nervenzelle zu Nervenzelle gestört wird. Das beeinflusst den neuronalen Prozess im Hippocampus des Gehirns, genannt «Langzeit-Potenzierung», der für das Lernen und den Aufbau eines Lang- und Kurzzeit-Gedächtnisses erforderlich ist.

«Wir können nicht sagen, dass die Ergebnisse an Ratten direkt auf den Menschen übertragen werden können», sagte Cuomo dem Onlinedienst der BBC. Aber Tierversuche hätten mehrfach gezeigt, dass sie Hinweise auf die Funktionsweise des menschlichen Gehirns geben können.

Abgesehen von den entdeckten Effekten auf das Gedächtnis warnt Cuomo auch vor dem krebserregenden Potential des Rauchens von Marihuana auch für den Fötus. In der Veröffentlichung in der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences« weist Cuomo darauf hin, dass seine Ergebnisse aus den Versuchen mit Ratten gut zu älteren statistischen Untersuchungen passen, nach denen Cannabis-Konsum während der Schwangerschaft mit Schädigungen der kognitiven Entwicklung des ungeborenen Kindes in Verbindung gebracht wird. (nz)