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|  100 Ebola-Todesfälle in Kongo
12. Mrz 2003 09:19
 | Rotkreuz-Mitarbeiter desinfizieren in Kelle das Gebiet um eine Isolationsstation. | | Foto: AFP |
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In der Republik Kongo steigt die Zahl der Ebola-Opfer weiter. Die Krankheit hat auch die Flachland-Gorillas in dem Gebiet bereits dezimiert.
In der zentralafrikanischen Republik Kongo ('Kongo-Brazzaville') sind in diesem Jahr bereits 100 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Ebola-Virus gestorben. Das teilte der kongolesische Gesundheitsminister Alain Moka am Dienstag in der Hauptstadt Brazzaville mit.
Ruf nach internationaler Hilfe
Nach Angaben des Ministers hat die Regierung bereits etwa 300 Millionen CFA-Francs (etwa 500.000 Euro) für Hilfsmaßnahmen ausgegeben. In einer Ansprache vor Vertretern von Hilfsorganisationen rief er die internationale Gemeinschaft auf, sein Land in der Ebola-Krise stärker zu unterstützen, melden Nachrichtenagenturen. Das betroffene Gebiet liegt nahe der Grenze zu Gabun. Das Nachbarland hatte die Grenze bereits im Februar geschlossen. Der Ausbruch beschränkt sich bisher auf die Regierungsbezirke Kelle und Mbomo in der Provinz Cuvette Ouest, etwa 700 Kilometer nördlich von Brazzaville. Hilfsteams von Internatonalem Roten Kreuz, Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Hilfsorganisationen arbeiten seit Anfang Februar vor Ort. In Kelle wurde eine Isolationsstation errichtet. WHO-Experten vermuten, dass der Verzehr von infiziertem Affenfleisch zu dem Ausbruch geführt hat. Die Quelle für das Virus konnten sie bisher jedoch nicht identifizieren.
Bedrohte Affen
Primaten-Forscher befürchten, dass das Virus auch die gesamte Population von Flachland-Gorillas in der Region auslöschen könnte. Von den ursprünglich 1250 Gorillas im Lossi-Wildreservat leben derzeit nach Angaben von in der Region arbeitenden Primatologen nur noch 450. Auch im Odzala Nationalpark, in dem etwa 20.000 Gorillas leben, hat sich das Virus mittlerweile offenbar verbreitet. Schimpansen-Populationen in dem Gebiet sind von dem Virus ebenfalls dezimiert worden.Ebola ist ein so genanntes RNA-Virus, das hämorrhagisches, also Blutungen auslösendes, Fieber mit meist tödlichem Ausgang verursacht. Wegen der hohen Sterberate und der leichten Übertragbarkeit gilt das Virus als besonders gefährlich. Bislang gibt es weder Schutzimpfungen noch sichere Behandlungsmöglichkeiten. (nz)
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