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Natürlicher Entzündungs-
Hemmer schützt nach Schlaganfall
24. Feb 2003 07:29

Computertomografie eines von einem Schlaganfall (heller Bereich) betroffenen Gehirns.
Foto: Harvard Medical School
Dafür, wie gut sich Patienten nach einem Schlaganfall erholen, ist ein Interleukin-Botenstoff im Blut offenbar mit verantwortlich.

Botenstoffe des Immunsystems könnten dazu beizutragen, die Folgen eines Schlaganfalls zu reduzieren. Das berichten spanische Mediziner im Fachblatt «Stroke». Jene Patienten, deren Zustand sich in den zwei Tagen nach der Einlieferung verschlechterte, wiesen demnach besonders niedrige Konzentrationen von Interleukin-10 auf.

Schutz durch IL-10

Mehr in der Netzeitung:
«Diese Studie bekräftigt die Ansicht, dass entzündungshemmende Prozesse eine bedeutende Rolle bei akuten Durchblutungsstörungen spielen», sagt Ángel Chamorro von der Universität Barcelona. Möglicherweise könne Interleukin-10 einmal zum Schutz der Nervenzellen bei solchen Störungen eingesetzt werden. Bis dahin müsse jedoch noch viel Forschungsarbeit geleistet werden.

Bei etwa jedem dritten Patienten verschlechtert sich der neurologische Zustand in den Tagen nach einem Schlaganfall. Die Gründe für diese relativ späten Folgen sind bisher noch weitgehend unbekannt. Chamorro und sein Team wollten nun mehr über eine mögliche Beteiligung der Interleukine (ILs) erfahren. Mit Hilfe dieser Botenstoffe koordiniert das Immunsystem seine Aktivitäten. IL-4 aktiviert die Immunabwehr, während IL-10 Entzündungsreaktionen eindämmt.

Pro und Contra

Mehr im Internet:
Die Forscher ermittelten bei 231 Schlaganfallpatienten kurz nach deren Einlieferung den Gehalt von IL-4 und IL-10 im Blut. Binnen 48 Stunden verschlechterte sich der Zustand von 83 Patienten. Es zeigte sich, dass diese Patienten besonders niedrige Konzentrationen von IL-10 aufgewiesen hatten. Auch unter Berücksichtigung von Unterkühlung, Unterzuckerung oder des neurologischen Zustands bei der Einlieferung zeigte sich dieser Zusammenhang deutlich. Die Konzentration von IL-4 schien dagegen keine Rolle zu spielen.

Für eine Messung des IL-10 als Standardindikator sei es noch zu früh, betont Chamorro. «Die Messung der Moleküle muss zunächst der klinischen Forschung vorbehalten bleiben.» Schon vor einigen Jahren hatten Berliner Mediziner nachgewiesen, dass zu hohe Spiegel von IL-10 auch negative Folgen haben können. Wird bei einer Operation oder bei einem Unfall das Stammhirn verletzt, bewirkt dies eine massive Ausschüttung des natürlichen Entzündungshemmers und macht die Patienten so anfällig für lebensbedrohliche Infektionen. (nz/jkm)


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