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Kaffeetrinkende Schwangere haben erhöhtes Fehlgeburt-Risiko
22. Feb 2003 07:30

Auf Kaffee sollten Schwangere besser verzichten.
Foto: ddp
Schwangere, die viel Kaffee trinken, haben ein doppelt so hohes Risiko, eine Totgeburt zu erleiden. Das ergab eine dänische Studie unter fast 20.000 Schwangeren.

Wenn Schwangere mehr als acht Tassen Kaffee pro Tag trinken, wird das Risiko von Komplikationen bis hin zur Totgeburt erhöht. Das fanden dänische Forscher durch Befragung von 18.478 Schwangeren Frauen heraus, die zwischen 1989 und 1996 im Aarhus University Hospital entbunden haben.

Schon vier Tassen zu viel

Mehr in der Netzeitung:
Die Frauen mussten zwei Fragebögen beantworten, in denen ihre medizinische Vorgeschichte und Gewohnheiten wie Rauchen, Alkoholgenuss oder Kaffeekonsum abgefragt wurden. Je häufiger die Frauen den Angaben nach Kaffee tranken, um so höher war das Risiko einer Totgeburt verglichen mit Frauen, die keinen Kaffee tranken. Mit vier bis sieben Tassen pro Tag erhöhte sich das Risiko um 80 Prozent, waren es acht oder mehr Tassen, konnte sich das Fehlgeburt-Risiko sogar vervierfachen (300 Prozent).

Auch wenn die Forscher berücksichtigten, dass Frauen, die viel Kaffee trinken, häufiger dazu neigen zu rauchen und Alkohol zu trinken, blieb ein erhöhtes Risiko von etwa 200 Prozent gegenüber Kaffee-abstinenten Schwangeren. Auf Säuglinge hat der mütterliche Kaffeekonsum jedoch offenbar keine Auswirkungen. Die Forscher konnten keinen Zusammenhang zu den Todesraten innerhalb des ersten Lebensjahres feststellen.

Besser verzichten

Mehr im Internet:
Ursache des Zusammenhangs könnte die verengende Wirkung des Koffeins auf die Blutgefäße sein. Damit könnte die Funktion der Plazenta beeinträchtigt werden, über die mütterliche Nährstoffe und Sauerstoff an den Fötus weitergeleitet werden. Das Koffein könnte aber auch die kindliche Organentwicklung, insbesondere des Herzens, stören.

«Es scheint ratsam, den täglichen Kaffeekonsum während der Schwangerschaft auf höchstens fünf Tassen pro Tag zu beschränken», sagte Studienleiterin Kirsten Wisborg dem Onlinedienst der BBC.

Deutsche Frauenärzte empfehlen in der Regel, den Konsum auf etwa zwei Tassen zu beschränken. Das deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik, Bad Aachen, empfiehlt Schwangeren jedoch sogar, ganz auf Kaffee zu verzichten, da der Stoffwechsel des Kindes das Molekül noch nicht abbauen könne. Schon 100 Milligramm, etwa anderthalb Tassen, erhöhten vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt. (nz)


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