Ur-Australier unterstützen 'Out-of-Africa'-Hypothese
19.02.2003
Herausgeber: netzeitung.de
'Out-of-Africa' wäre so nur noch zum Teil richtig gewesen. Nach dieser Hypothese verließen die ersten 'modernen' Menschen vor etwa 100.000 Jahren das ostafrikanische Rift-Valley in Richtung Europa und Asien - und später auch Australien und Amerika - und rotteten nach und nach Verwandte wie etwa den Neandertaler aus.
Vor 60.000 Jahren hätten sie allerdings Australien noch nicht erreicht haben dürfen. Wenn es also damals doch schon moderne Menschen in Australien gab, hätten diese sich dort unabhängig von ihren afrikanischen Verwandten entwickelt haben müssen. Thorne ist ein Anhänger dieser 'Regionalen Kontinuitäts-Hypothese'.
Schon bald nach der Veröffentlichung von Thorne und seinen Kollegen kamen allerdings Zweifel an der Verlässlichkeit der Daten auf. Einerseits hatte das Team mit Zerfalls-Werten von Uran aus den Skeletten der berühmten Lake-Mungo-Fossilien argumentiert, andererseits mit einer so genannten 'optischen Datierung' von Sand nahe der Stelle, wo diese gefunden worden waren. Allerdings können Knochen aus ihrer Umgebung unterschiedlich schnell Uran aufnehmen. Das macht die Datierung unsicher. Und der analysierte Sand stammte auch nicht direkt von den Fundstellen der Skelette von 'Mungo I' und 'Mungo III', sondern von einer Grabung 300 Meter entfernt.
Demnach sind sowohl Mungo I, den Bowler und Thorne 1974 gemeinsam gefunden und später auf 26.00 Jahre alt geschätzt hatten, als auch der angeblich 60.000 Jahre alte Mungo III in Wirklichkeit vor etwa 40.000 Jahren beerdigt worden. Die ältesten Steinwerkzeuge, die ebenfalls am Lake Mungo gefunden worden sind, werden auf etwa 50.000 Jahre geschätzt. Das, so glaubt Bowler, müsse auch ungefähr die Zeit gewesen sein, in der Menschen in Australien angekommen sind. Das Ergebnis passt hervorragend zur 'Out-of-Africa'-Hypothese und lässt die Mehrzahl der Anthropologen jetzt erst einmal wieder ruhiger schlafen

