netzeitung.deStudie bezeichnet Arnika-Extrakte als unwirksam

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Die Wirkung der Heilpflanze Arnika montana ist umstritten. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Wirkung der Heilpflanze Arnika montana ist umstritten.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Extrakte der Heilpflanze Arnika spielen in der Homöopathie eine wichtige Rolle. Eine britische Studie hat die angeblich schmerzlindernde Wirkung untersucht.

Tabletten mit Arnika-Extrakt zeigen keine Wirkung gegen Schmerzen und fördern auch das Abschwellen von Operationsnarben nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine klinische Studie britischer Forscher von der University of Exeter.
Operation am Handgelenk
Die seltene Heilpflanze Arnika montana, auch «Bergwohlverleih» genannt, wächst überwiegend in Höhenlagen über 800 Meter. Im Juni bis August blüht das unscheinbare 20 Zentimeter hohe Kraut orangegelb. In der Naturmedizin wird es seit Jahrhunderten vor allem zur Schmerzlinderung eingesetzt, vor allem in Form von Umschlägen gegen Prellungen, Muskel- und Sehnenzerrungen oder Schwellungen nach Knochenbrüchen. Was die immer wieder beschriebene Wirkung des Krautes ausmacht, ist jedoch unbekannt. Verdünnungen von Arnika-Extrakt werden seit jeher auch von Homöopathen eingesetzt.

In der Studie am Royal Devon & Exeter Hospital wurde die Wirkung von Arnika auf 64 Patienten untersucht, die am Handgelenk operiert werden sollten. Sie litten am Karpaltunnel-Syndrom, bei dem Bindegewebe auf den Nerv in der Handwurzel drückt. Um zu testen, ob Arnika die operationsbedingten Schmerzen lindern konnte, wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt: Die erste bekam homöopathische Arnika-Tabletten mit einer hohen Dosierung, die zweite eine niedrigere und die dritte Placebos ohne Arnika verabreicht.

Schmerzen und Schwellung unverändert
Nach der Operation führten die Patienten ein «Schmerztagebuch», in dem sie die Fragen der Ärzte zu ihrem Befinden beantworteten. Nach Angaben des Studienleiters Edzard Ernst gab es keinen signifikanten Unterschied des Schmerzempfindens zwischen Patienten, die Arnika in hohen Dosen zu sich nahmen, und denen die Placebos bekamen. Auch die Schwellung des Handgelenks nach der Operation ging bei den Arnika-therapierten Patienten nicht schneller zurück.

«Ich hoffe, diese Forschungen werden dazu beitragen, dass nach effektiveren Behandlungen gesucht wird und Geld dadurch gespart wird, dass keine homöopathischen Arnika-Mittel mehr gekauft werden», sagte Ernst dem Onlinedienst der BBC, «Die Ergebnisse unterstützen eine routinemäßige Anwendung homöopathischer Arnika-Medikamente zur Behandlung post-operativer Komplikationen wie Schmerzen, Schwellungen oder Blutergüsse», schreibt Ernst im «Journal of the Royal Society of Medicine», räumt aber ein, dass die Wirksamkeit von Arnika bei Einzelpersonen damit nicht ausgeschlossen sei.

Heilpflanze des Jahres 2001
Janet Richardson von der Research Council for Complementary Medicine (RCCM) hält die Studie nicht für ausreichend, eine Wirkung von Arnika gänzlich zu verneinen, da sie sich nur auf das Karpaltunnelsyndrom beziehe. Es sei nur eine weitere von 16 Studien zur Arnika-Wirkung, die sowohl eine Wirkung nachgewiesen als auch verworfen hätten.

Im Jahr 2001 wählte der Würzburger Studienkreis «Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen» Arnika zur Arznei-Pflanze des Jahres. Damals hieß es, die Blüten würden «erfolgreich gegen Blutergüsse, Quetschungen und Prellungen oder bei rheumatischen Muskel- und Gelenkerkrankungen sowie bei Entzuendungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt». (nz)