netzeitung.deGehirnwellen helfen beim Gedächtnistraining

 Herausgeber: netzeitung.de

Vorrichtung zur Ableitung der Hirnaktivität. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vorrichtung zur Ableitung der Hirnaktivität.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Aktivität der Hirnzellen lässt sich in Form von Kurven abbilden. Wer die Wellen bewusst zu beeinflussen lernt, schneidet besser beim Gedächtnis-Quiz ab.

Kann eine Person das Muster ihrer Gehirnströme gezielt beeinflussen, scheint dies ihr Erinnerungsvermögen zu verbessern. Das berichten britische Neurowissenschaftler im «International Journal of Psychophysiology». Hatten die Versuchspersonen gelernt, bestimmte Gehirnwellen zu verstärken, schnitten sie bei Gedächtnistests um bis zu zehn Prozent besser ab als vor dem Training.
Gehirnströme als Videospiel
«Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einsatz von Neurofeedback bei einer Reihe von Zuständen wie Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Epilepsie und Alkoholismus helfen kann», sagt David Vernon vom Imperial College London. «Wir haben nun erstmals eine Verbindung zwischen Neurofeedback und Verbesserungen des Gedächtnisses demonstriert.»

Beim Neurofeedback werden die Gehirnströme einer Person über Hautelektroden erfasst und bestimmte Charakteristika ermittelt, etwa die Stärke unterschiedlich schnell schwingender Gehirnwellen. Das Resultat wird dann beispielsweise in Form eines Videospiels dargestellt. Indem die Person dieses Spiel trainiert, lernt sie gleichzeitig, das Muster ihrer Gehirnströme gezielt zu beeinflussen.

Therapie per Neurofeedback
Vernon und seine Kollegen ließen insgesamt 40 Probanden Gedächtnistests absolvieren, bei denen sie sich Wörter aus bestimmten Kategorien merken mussten. Per Neurofeedback trainierten die Personen dann, Gehirnwellen unterschiedlicher Frequenzen zu verstärken.

Einige konzentrierten sich auf den so genannten sensomotorischen Rhythmus mit 12 bis 15 Schwingungen pro Sekunde. Diese Personen erinnerten sich nun an etwa 82 Prozent der Worte, vor dem Training waren es knapp 71 Prozent gewesen. Die Kontrollgruppe verbesserte sich dagegen von rund 73 auf 75 Prozent. Sollten weitere Studien ähnliche Resultate ergeben, könnte das Neurofeedback nach Ansicht der Forscher zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. (nz/jkm)