Schnelltest für Pest entwickelt
19.01.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Suzanne Chanteau vom Pasteur-Institut in Antananarivo und ihre Kollegen haben nun ein Nachweisverfahren entwickelt, das Patienten und Ärzten ausreichend schnell Gewissheit verschaffen könnte. Herzstück dieses Tests sind von Mäusen produzierte Antikörper gegen das so genannte F1-Antigen des Erregers. Die Antikörper werden als feine Linie an eine spezielle Membran gebunden und können in dieser Form selbst im tropischem Klima mehrere Wochen gelagert werden.
«Dieser Test könnte Gesundheitshelfern in abgelegenen Gegenden eine schnelle und kosteneffektive Diagnose von Beulen- und Lungenpest ermöglichen», sind Chanteau und ihre Kollegen überzeugt. Dies könne nicht nur die Sterblichkeit der Patienten senken, sondern auch einen sparsamen Einsatz von Insektiziden gestatten und so Resistenzen bei Flöhen vermeiden helfen. Die großflächige Einführung des Tests auf Madagaskar sei bereits geplant, so die Forscher. Mit Hilfe internationaler Organisationen wolle man ihn nun auch in anderen betroffenen Ländern verfügbar machen.
Die Pest wird meist durch Floh-Bisse von Ratten oder anderen Nagetieren auf Menschen übertragen. Ob der so genannte «Schwarze Tod», der im Spätmittelalter die europäische Bevölkerung dezimierte, tatsächlich die Pest war, ist in jüngster Zeit unter Wissenschaftlern zunehmend umstritten. Die Art der Epidemie lässt vermuten, dass es sich nicht um eine von Flöhen übertragenen Krankheit gehandelt haben könnte. Wahrscheinlicher als Auslöser ist ein direkt durch Hautkontakt übertragener Erreger, der dem Ebola- oder Marburg-Virus ähnlich gewesen sein könnte. (nz/jkm)

