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Reis-Erbgut entschlüsselt
18. Dez 2002 16:44

Reisterrassen in der chinesischen Provinz Yünnan.
Foto: Science
Es gibt Reis. Ein internationales Forscherteam hat die Genomkarte des weltweit wichtigsten Nahrungsmittels jetzt deutlich verfeinert.

Die erste grobe Version der Genome der beiden wichtigsten Reis-Sorten hatten die Schweizer-Biotech-Unternehmen Syngenta und des Bejjing Genomics Institute und der University of Washington bereits im April diesen Jahres vorgelegt. Nun folgt eine verfeinerte Ausgabe des Erbgutes des weltweiten Nahrungsmittels Nummer eins.

'Japonica-Reis'

Mehr in der Netzeitung:
In Tokio gab am Mittwoch ein von japanischen Forschern geleitetes Team die neuen Ergebnisse zum Genom der Japonica-Sorte bekannt. Die Wissenschaftler hatten für ihre Arbeiten auf die Syngenta-Daten zurück gegriffen. Der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi sprach von einem «historischen Fortschritt», der vergleichbar mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms sei, meldet AFP.

In den Genen der Pflanze lassen sich Dürre- und Krankheitsresistenzen, Nährwerte und Hinweise für das chemische Design von Pflanzenschutzmitteln ermitteln. Die Entschlüsselung könnte Forscher auch in die Lage versetzen, die Nutzpflanze Reis an die Erfordernisse der weltweiten Ernährungssituation anzupassen. Weltweit sind mehr als zwei Milliarden Menschen mangelernährt, schätzt die WHO. Über eine Million Kinder sterben jährlich an Vitamin-A-Mangel, nicht zuletzt deshalb, weil die üblichen Reissorten kein oder kaum Vitamin-A enthalten.

«Goldener Reis»

Eine besonders Vitamin-A-reiche, gentechnisch erzeugte Sorte gibt es bereits. Forscher um Ingo Potrykus von der ETH Zürich haben diesen «goldenen Reis» entwickelt, der genug Provitamin A produziert, um mit 200 Gramm Reis am Tag den Tagesbedarf zu decken. Die Patentrechte hat Potrykus an Syngenta weitergegeben - mit der Auflage, dass Bauern mit einem Jahreseinkommen unter 10.000 US-Dollar den Reis ohne Lizenzgebühren nutzen können.

Das Reis-Genom ist komplexer als das des Menschen. Eine 'endgültige' Version des menschlichen Erbgutes soll Anfang 2003 veröffentlicht werden. Die endgültige Entschlüsselung des Reis-Genoms dürfte weitaus mehr Zeit in Anspruch nehmen. (nz)


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