Britisches Gericht erlaubt Creutzfeldt-Jakob-Therapie
18.12.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Die Substanz Pentosan-Polysulfat ist für die orale Einnahme gegen Blasenschmerzen und Blasenentzündung (Cystitis) zugelassen. In Tierversuchen hatte sich gezeigt, dass sie bei Schafen das Fortschreiten von Scrapie, einer der neuen Variante von CJD vergleichbaren Krankheit, stoppt. Dafür muss das Pentosan-Polysulfat allerdings direkt in das Gehirn gespritzt werden.
Die Eltern der beiden Jugendlichen waren vor Gericht gezogen, um einen Behandlungsversuch bei ihren damals erst an frühen Symptomen der Krankheit leidenden Kindern zu erwirken. Im Oktober hatte das staatliche Komitee für Medikamentensicherheit Therapieversuche abgelehnt. Inzwischen sind beide Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, können also auch nicht mehr nach ihrem eigenen Einverständnis gefragt werden.
An vCJD sind in Großbritannien offiziell bereits 115 Menschen gestorben. In Frankreich gab es bisher sechs Fälle, außerdem jeweils einen in Italien, Irland und Kanada. Von möglichen Fällen in der Schweiz, Japan und anderen Ländern wird ebenfalls berichtet.
Es gilt mittlerweile als nahezu gesichert, dass die Krankheit die beim Menschen auftretende Form das Rinderwahns BSE ist. Die Infektion mit vCJD wird bei Menschen vor allem auf den Konsum von BSE-infiziertem Rindfleisch zurück geführt. Die Krankheit endet bisher stets tödlich. Ihr Verlauf ist begleitet von starken Schmerzen, Angst- und Wahnzuständen. Medikamente dagegen gibt es nicht. (nz)

