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Britisches Gericht erlaubt Creutzfeldt-Jakob-Therapie
18. Dez 2002 11:57

Prion-Proteine, Auslöser von vCJD und BSE
Grafik: University of Texas, Austin
Ein bisher nicht klinisch erprobtes Medikament darf jetzt erstmals bei zwei Jugendlichen eingesetzt werden. Sie leiden an der bei Menschen auftretende Form des Rinderwahnsinns BSE.

Der britische Oberste Gerichtshof hat erlaubt, zwei an der tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (variant Creutzfeld Jakob Disease, vCJD) leidende Jugendliche mit einer nicht zugelassenen Substanz zu behandeln.

Injektion ins Gehirn

Mehr in der Netzeitung:
Richterin Elisabeth Butler Sloss begründete die Entscheidung damit, dass die Familien der Betroffenen ausführlich über Chancen und Risiken des Behandlungsversuches aufgeklärt worden seien und es keine andere Behandlungsmöglichkeit gebe.

Die Substanz Pentosan-Polysulfat ist für die orale Einnahme gegen Blasenschmerzen und Blasenentzündung (Cystitis) zugelassen. In Tierversuchen hatte sich gezeigt, dass sie bei Schafen das Fortschreiten von Scrapie, einer der neuen Variante von CJD vergleichbaren Krankheit, stoppt. Dafür muss das Pentosan-Polysulfat allerdings direkt in das Gehirn gespritzt werden.

Die Eltern der beiden Jugendlichen waren vor Gericht gezogen, um einen Behandlungsversuch bei ihren damals erst an frühen Symptomen der Krankheit leidenden Kindern zu erwirken. Im Oktober hatte das staatliche Komitee für Medikamentensicherheit Therapieversuche abgelehnt. Inzwischen sind beide Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, können also auch nicht mehr nach ihrem eigenen Einverständnis gefragt werden.

Notwendige Dosis nicht bekannt

Mehr im Internet:
In welchen Dosen das Medikament eingesetzt werden muss, ist unklar. In den Tierversuchen hatten sich keine ernsthaften Nebenwirkungen gezeigt. Die Eltern müssen jetzt noch Ärzte finden, die bereit sind, die Behandlung vorzunehmen. Auch wenn die Behandlung Wirkung zeigt, ist mit einer Besserung des Zustandes der Patienten nicht zu rechnen. Nur ein weiteres Forschreiten der Gehirn-Zerstörung könnte möglicherweise verhindert werden.

An vCJD sind in Großbritannien offiziell bereits 115 Menschen gestorben. In Frankreich gab es bisher sechs Fälle, außerdem jeweils einen in Italien, Irland und Kanada. Von möglichen Fällen in der Schweiz, Japan und anderen Ländern wird ebenfalls berichtet.

Es gilt mittlerweile als nahezu gesichert, dass die Krankheit die beim Menschen auftretende Form das Rinderwahns BSE ist. Die Infektion mit vCJD wird bei Menschen vor allem auf den Konsum von BSE-infiziertem Rindfleisch zurück geführt. Die Krankheit endet bisher stets tödlich. Ihr Verlauf ist begleitet von starken Schmerzen, Angst- und Wahnzuständen. Medikamente dagegen gibt es nicht. (nz)


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