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|  Ein Protein lässt Männer weniger Schmerz empfinden
18. Dez 2002 09:14
 | Menschliche Nervenzellen. | | Foto: University of Minnesota |
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Bei Untersuchungen an Mäusen sind Wissenschaftler auf einen körpereigenen Stoff gestoßen, der für die unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit der Geschlechter verantwortlich sein könnte.
Frauen empfinden Schmerzen öfter und heftiger als Männer. Verantwortlich könnte ein Protein sein, das eine wichtige Rolle in der Übertragung von Signalen zwischen den Nervenzellen spielt. Zwei amerikanische Forschergruppen kamen den Eigenschaften dieses Proteins unabhängig voneinander bei Versuchen mit Mäusen auf die Spur. Fehlt das Protein GIRK2 gentechnisch veränderten Mäuse-Männchen, so sinkt ihre Schmerzschwelle auf die der weiblichen Tiere.
Drogen ohne Wirkung
Das Fehlen des Proteins GIRK2 hatte bei weiblichen Mäusen dagegen keine Auswirkungen, berichten die Wissenschaftler in den «Proceedings of the National Academy of Sciences». Das Team um Igor Mitrovic und Allan Basbaum von der University of California in San Francisco schreibt, die Menge des Proteins GIRK2 beeinflusse auch die Wirksamkeit von Schmerzmitteln. Schmerzmittel, die Morphin enthielten, zeigten bei den gentechnisch veränderten Mäusen nur noch eine abgeschwächte Wirkung. Schmerzmittel mit Clonidin, eigentlich ein Blutdruckmittel, seien wirkungslos geworden.Auch die schmerzmildernde Wirkung von anderen Drogen verschwand bei den Mäusen ohne GIRK2. Im Test mit einer heißen Platte fand das zweite Forscherteam um R.A. Harris von der University of Texas in Austin starke Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männliche Mutanten litten unter der Hitze mehr als die Weibchen - trotz Alkohol, Nikotin oder Cannabis.
Erklärungs-Möglichkeiten
Möglicherweise werde das Schmerzsignal über unterschiedliche Nervenfasersysteme vermittelt, spekulieren die Forscher. Man weiß bereits, dass über die schnell leitenden A-Delta-Nervenfasern ein 'heller' Schmerzimpuls erfolgt und die langsam leitenden C-Fasern einen eher dumpfen Schmerz vermitteln. Neben der Erforschung der unterschiedlichen Wirkungen von Geschlechtshormonen bei Männern und Frauen könnte, so schreibt das Team, auch die Untersuchung der Wirkungsweise von GIRK2 zur Entwicklung neuer geschlechtsspezifischer Medikamente führen. (nz/jkm)
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