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|  Proteintests gegen illegalen Tierfell-Handel
29. Nov 2002 15:34
 | Eine neue Methode könnte helfen, den illegalen Handel mit Fellen einzuschränken. | | Foto: WWF |
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Nach wie vor tauchen auf dem Pelzmarkt Felle von Tieren auf, die vom Aussterben bedroht und eigentlich geschützt sind. Um solche von legaler Ware unterscheiden zu können, hat ein Saarbrücker Forscher jetzt einen Test entwickelt.
Die Felle vom Aussterben bedrohter Tiere dürfen nicht gehandelt werden. Zollbeamte sind aber oftmals überfordert, wenn sie beurteilen sollen, ob ein Fell von einem geschützten Tier wie Ozelot, Tiger oder Pelzrobbe oder einem legal getöteten Tier stammt. Im Verdachtsfall kann jetzt eine neue Analysetechnik, die der Biochemiker Klaus Hollemeyer von der Universität des Saarlandes entwickelt hat, innerhalb von nur zwei Stunden nachweisen, welcher Tierart ein Fell zuzuordnen ist.
Protein-Fingerabdruck
Mit dem Verfahren lassen sich die Proteine in den Haaren einer Fellprobe analysieren. Weil bei jeder Tierart das Verhältnis der Protein-Bausteine zueinander anders ausfällt, lässt sich ein eindeutiger «Fingerabdruck» des Felles bestimmen.Dazu wird die Fellprobe zwei Stunden lang dem Verdauungsenzym Trypsin ausgesetzt, das Proteine in Bruchstücken aus den Haaren löst. Trypsin zerschneidet die aus jeweils zahlreichen Aminosäuren zusammengesetzten Proteine hinter den Aminosäuren Lysin und Arginin. Weil die einzelnen Proteine bei jeder Tierart in ganz bestimmten Mengen auftreten, lässt sich jede Fellprobe per Analyse im Massenspektrometer einer eindeutigen Art zuordnen. Durch das spezifische Schneiden des Enzyms zeigt das Messgerät eine jeweise für die entsprechende Tierart charakteristische Zusammensetzung der Bruchstücke an. Dieser eigentliche Analyse-Schritt dauere gerade einmal 80 Sekunden, wird Hollemeyer im «New Scientist» zitiert.
Schiffsladungen voller Felle analysieren
Hollemeyer hofft, die Bedienung des Massenspektrometers vereinfachen und das Verfahren automatisieren zu können. Ganze Schiffsladungen voller Felle lassen sich dann möglicherweise routinemäßig kontrollieren. Auch Vogelfedern, Hautschuppen von Amphibien oder Hörner und Hufe diverser Säugetiere könnten mit der Technik analysiert werden. (nz/jkm)
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