Zusammenhang Impfung-Autismus erneut widerlegt
07.11.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Untersuchung beim Kinderarzt
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Dänische Studie belegt erneut: Die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) begünstigt nicht die Entstehung von Autismus.
In Großbritannien ist die Zahl der Eltern, die ihr Kind gegen Masern, Mumps und Röteln impfen lassen, von neunzig auf siebzig Prozent gesunken. Ursache ist der Verdacht, dass die Dreifach-Impfung Autismus oder auch die Darmerkrankung Morbus Crohn begünstigt. Dieser Zusammenhang wurde jetzt erneut widerlegt.
Widersprüchliche StudienergebnisseIn einer Studie in Dänemark, für die Daten von rund 540.000 Kindern ausgewertet wurden, konnte unter den geimpften Kindern kein erhöhtes Risiko für Autismus nachgewiesen werden. Das Risiko lag bei der ungeimpften Kontrollgruppe von rund 100.000 Kindern und den Geimpften gleich hoch. Die Kombinationsimpfung begünstigt demnach auch keine andere Erkrankung, berichtet der Online-Dienst der BBC.
Die Frage, ob geimpft werden soll oder nicht, war in Großbritannien öffentlich diskutiert worden. Verschiedene Forscherteams hatten widersprüchliche Studienergebnisse vorgelegt. Zuletzt hatten Forscher eine «auffällig hohe Konzentration» von Masernvirus-Partikeln in Urinproben autistischer Kinder nachgewiesen. Demnach sei mindestens jeder zehnte Fall von Autismus auf die MMR-Impfung zurückzuführen.
Feste Überzeugungen«Diejenigen, die gegen die Impfung argumentieren, vergessen, wie gefährlich die Erkrankungen und ihre Komplikationen sein können», sagt Edward Campion. Der Redakteur des «New England Journal of Medicine», in dessen aktueller Ausgabe die groß angelegte Studie vorgestellt wird, glaubt allerdings nicht, dass die Diskussion um die Impfung jetzt beigelegt wird. «Sehr feste Überzeugungen sind schwer zu ändern», sagt Campion.