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Gen für Hyperaktivität eingekreist
23. Okt 2002 11:59

Bewegungstherapie für hyperaktives Kind
Foto: ddp
Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität bei Kindern sind wahrscheinlich genetisch bedingt. US-amerikanische Genetiker haben auf dem Chromosom 16 einen Risiko-Bereich gefunden.

Die häufigste in der Kindheit einsetzende psychische Störung, die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS), hat wahrscheinlich genetische Ursachen. US-Forscher haben jetzt eine Chromosomenregion gefunden, die ein Risiko-Gen für ADHS enthalten könnte und auch mit Autismus in Zusammenhang steht.

150 Verdächtige

Mehr in der Netzeitung:
Das Gen trage etwa ein Drittel zur genetischen Grundlage der Störung bei, sagen die Forscher von der University of California in Los Angeles. Die ADHS gilt zu siebzig bis achtzig Prozent als genetisch bedingt. Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «Journal of Human Genetics» weiter berichten, enthalte die Chromosomenregion etwa 100 bis 150 Gene.

Bevor die Ergebnisse genutzt werden könnten, um den Betroffenen zu helfen, müsste aber das eine Risiko-Gen gefunden werden, sagt die Studienleiterin Susan Smalley. Darüber hinaus müssen die vorliegenden Ergebnisse noch von einer unabhängigen Forschergruppe bestätigt werden.

Gemeinsame genetische Grundlage

Mehr im Internet:
Smalley und ihre Mitarbeiter hatten rund 200 Familien untersucht, in denen zwei oder mehr Kinder am Aufmerksamkeitsdefizit litten. Durch den Vergleich der genetischen Daten konnten die Forscher das Risiko-Gen mit einer Wahrscheinlichkeit von 10.000 zu 1 einer Region auf dem Chromosom 16 zuordnen.

In der gleichen Region vermutet man auch ein Risiko-Gen für Autismus. Dies könnte bedeuten, dass beide Störungen, die im Kindesalter auftreten, eine gemeinsame genetische Grundlage haben. «Diese Studie liefert Beweise dafür, dass Autismus und ADHS mehr gemeinsam haben, als wir je angenommen hatten», sagt Smalley. Ob es sich dabei um ein einziges Gen handelt, müsse aber noch bestimmt werden. Es sei möglich, dass zwei unterschiedliche Risiko-Gene nur zufällig in der gleichen Chromosomenregion liegen.

Signalübertragung im Gehirn

Die ADHS ist die häufigste Verhaltensauffälligkeit im Kindesalter. Fast jedes zehnte Kind ist betroffen, Jungen dreimal häufiger als Mädchen. Die Symptome können bis ins Erwachsenenalter anhalten und die schulische, die berufliche und die soziale Entwicklung beeinflussen. Die Ursache der Krankheit liegt wahrscheinlich in einer Störung der Signalübertragung im Gehirn.



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