netzeitung.deBiologische Uhr tickt auch für Spermien

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Spermien (100-fach vergrößert) zeigen Alterserscheinungen ihres Produzenten. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Spermien (100-fach vergrößert) zeigen Alterserscheinungen ihres Produzenten.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vater werden sollte man(n) möglichst in jungen Jahren. Ab Mitte dreißig werden Männer weniger fruchtbar, Fehlbildungen beim Kind werden wahrscheinlicher.

Bei der Familienplanung sollten nicht nur Frauen den Stand ihrer «biologischen Uhr» berücksichtigen: Ab einem Alter von 35 Jahren sind Männer offenbar weniger fruchtbar. Ihre Chancen, Vater zu werden, nehmen mit Erreichen dieses Alters deutlich ab. Verantwortlich sind genetische Schäden an den Spermien.
Langsam und genetisch defekt
Die Unfruchtbarkeit des Mannes steht dem Kinderwunsch eines Paares ebenso oft im Wege wie die der Frau. Wie eine US-amerikanische Forscherin jetzt auf dem Kongress der American Society for Reproductive Medicine (ASRM) berichtete, nehmen die Schäden an der genetischen Ausstattung der Spermien mit dem Alter der Männer zu. In den Keimzellen werden diese Fehler aber nicht durch zelleigene Reparatur-Mechanismen behoben. Zudem würden die fehlerhaften Spermien nicht mehr ausreichend durch die Aktivierung der so genannten Apoptose, des vorprogrammierten Zelltods, aussortiert.

Die Studienleiterin Narendra Singh und ihre Mitarbeiter von der University of Washington in Seattle hatten die Spermien von 60 Freiwilligen zwischen 22 und 60 Jahren untersucht. In allen Proben fanden die Forscher eine normale Anzahl der Keimzellen, doch waren in den Proben von den älteren Männern mehr Spermien mit geschädigter DNA. Ebenso nahm mit zunehmendem Alter des Mannes auch die Beweglichkeit seiner Spermien und damit die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung ab.

Fehlbildungen beim Kind
Wie Smith dem Online-Portal der BBC sagte, sei das Alter von 35 Jahren ein statistischer Wendepunkt für die Fruchtbarkeit des Mannes. Durch die zunehmenden Schädigungen an den Spermien nehme auch die Wahrscheinlichkeit für Fehlbildungen zu. Dies könne zu Fehlgeburten führen oder bei den geborenen Kindern Ursache für leichte Abnormalitäten wie schiefe Zähne oder eine Asymmetrie der Gliedmaßen sein.

»Männer, die ihre Fähigkeit zur Vaterschaft bewahren wollen, sollten den Kontakt mit giftigen Substanzen minimieren und einen gesunden Lebensstil pflegen«, zitiert das BBC-Portal den Präsidenten der ASRM. (nz)