15. Apr 2002 20:28
Was ist Homo sapiens, und was ist so besonders an ihm? Ein paar Zitate von Leuten, die es wissen sollten.
«Der Mensch ist ein Modus der Substanz, ein relativ geschlossenes und relativ beständiges System von Energie-Materie, in dem die Natur zum Bewußtsein ihrer selbst gelangt, zur Selbsterkenntnis, zum zwecksetzenden Wollen, zur zielbewußten, entwicklungsbestimmenden Tat.»
Philosophisches Wörterbuch, Kröner 1934. «Die Komplexität der menschlichen Kultur konnte nur durch Sprache entstehen. Es ist eine Folge des Lästerns, dass die ganze soziale Geschichte komplexer wurde. Die Weitergabe von Information, von Erfahrung und technischem Wissen ermöglicht, dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muss. Das ist das, was den Menschen vom Affen abgrenzt.»
Julia Fischer, Biologin an der Abteilung für Entwicklungspsychologie des MPI in Leipzig.
«Wir hinterfragen mehr. Kinder stellen häufig Warum-Fragen. Affen benutzen in der Taubstummenfrage nie Warum-Fragen. Das könnte hypothetisch der größte Unterschied sein.»
Josep Call, Primatologe an der Abteilung für Entwicklungspsychologie des MPI in Leipzig.
«Je mehr Affen erforscht werden, desto mehr muss man revidieren, was beide unterscheidet, wie der Gebrauch von Werkzeugen, Symbolen etc. Je mehr man bei den Affen hinschaut, desto mehr wird man finden. Wer weiß wo das hingeht. Einige Sachen sind sehr bemerkenswert und lassen uns fragen, wo überhaupt die Unterschiede sind. Wenn beispielsweise ein Weibchen im Gras liegt und, obwohl nicht empfängnisbereit, mit einem Männchen Händchen hält.»
Catherine Crockford, Primatologin am MPI in Leipzig.
«Es gibt fünf große Menschenaffen, Schimpansen, Bonobos, Gorillas, Orang-Utans und Menschen. Jede dieser Arten hat besondere Fähigkeiten, die sie auf ihre Umwelt genau abgestimmt haben und ihre Lebensweise möglich machen.»
Roman Wittig, Primatologe am MPI in Leipzig.
«Der Mensch ist der erste Freigelassene der Schöpfung.»
Johann Gottfried Herder, Philosoph.