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|  Down-Syndrom: Lebenserwartung verdoppelt
25. Mrz 2002 09:22
 | Kind mit Down-Syndrom | | Foto: Uni Würzburg |
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US-Amerikaner mit Down-Syndrom werden heute deutlich älter als noch vor zwanzig Jahren. Doch die Lebenserwartung hängt auch von der ethnischen Zugehörigkeit ab.
In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Lebenserwartung von Personen mit Down-Syndrom fast verdoppelt. Das berichten amerikanische Mediziner in der Fachzeitschrift «The Lancet». Dabei liegt die Lebenserwartung weißer Amerikaner wesentlich höher als die von Menschen anderer Herkunft.
49 oder mehr
Bei etwa jedem 650. geborenen Kind liegt das Chromosom 21 in dreifacher statt doppelter Ausfertigung vor – man spricht von Trisomie 21 oder vom Down-Syndrom. Neben dem typischen äußeren Erscheinungsbild, einer verzögerten motorischen Entwicklung und einer unterschiedlich stark ausgeprägten Intelligenzminderung leiden Menschen mit Down-Syndrom oft an angeborenen Organstörungen. So treten Herzfehler, Fehlbildungen im Magen-Darm-Trakt, Seh- und Hörstörungen durch die Chromosomenmutation häufiger auf.1997 erreichte jeder zweite Mensch mit Down-Syndrom ein Alter von 49 Jahren oder mehr. Auch scheinen Personen mit dem Syndrom sehr selten an bösartigen Tumoren zu sterben. Sonja Rasmussen von den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta, Georgia, und ihre Kollegen werteten nun die entsprechenden Register der Vereinigten Staaten von 1983 bis 1997 aus. Dort sind Informationen über rund 17.900 Personen mit Down-Syndrom gespeichert. Wie das Team berichtet, lag der Median des Sterbealters zu Beginn des Untersuchungszeitraums noch bei 25 Jahren, stieg jedoch bis zum Ende des Zeitraums kontinuierlich auf 49 Jahre an. Dieses positive Bild gilt jedoch nur für die weiße Bevölkerung. Bei Afroamerikanern oder US-Bürgern anderer Herkunft liegen die Werte deutlich niedriger. Ihre Lebenserwartung stieg von rund zwanzig Jahren 1983 bis 1997 auf nur etwa 40 Jahre an.
Weniger Tabak und Alkohol
Menschen mit Down-Syndrom sterben überdurchschnittlich oft an angeborenen Herzfehlern, ermittelten die Forscher. Weitere besonders häufige Todesursachen sind Demenz, Schilddrüsen- und Lungenerkrankungen oder Infektionen. Abgesehen von Leukämie und Hodenkrebs wurden auf den Todesscheinen jedoch extrem selten bösartige Tumore erwähnt.Eine Ursache dafür könnte laut Rasmussen und ihre Kollegen die Tatsache sein, dass die Betroffenen weniger Tabak und Alkohol konsumieren. Zudem fänden sich auf dem Chromosom 21 aber auch wichtige Tumor-Suppressor-Gene, «und bei einer Person mit Down-Syndrom liegt die Wahrscheinlichkeit niedriger, dass eine Zelle alle drei funktionalen Kopien verliert.» Die Identifizierung jener Faktoren, die für die Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen verantwortlich sind, könnte nach Ansicht der Forscher deutliche Verbesserungen bringen. (nz/jkm)
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