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|  Zahl der Fehlbildungen bei Säuglingen steigt
21. Mrz 2002 14:13
 | Durch Vitamingabe lassen sich Missbildungen wie 'Spina bifida' vermeiden. | | Foto: Children's Hospital of Philadelphia |
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In Großbritannien kommen immer mehr missgebildete Säuglinge zur Welt. Forscher sind jetzt den Ursachen auf der Spur.
In Großbritannien kommen immer mehr Kinder mit Fehlbildungen zur Welt. In den letzten fünf Jahren zählten Ärzte bis zu 50 Prozent mehr Fehlbildungen, berichtet das Wissenschaftsmagazin «New Scientist». Etwa eines von 16 Neugeborenen leidet an Missbildungen oder angeborenen Krankheiten, wie Herzfehlern, Deformationen der Glieder oder Störungen der Sinnesorgane. Für die steigende Zahl von Schäden machen Wissenschaftler Umweltfaktoren verantwortlich.
Verstärkter Drogenmißbrauch
Aktuelle Zahlen der britischen Birth Defects Foundation (BDF) zeigen, dass die Zahl der Neugeborenen mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten von sechs Fällen pro 10.000 Geburten im Jahr 1995 auf neun im Jahr 1999 stieg. Angeborene Fehlmündungen der männlichen Harnröhre (Hypospadie) nahmen im gleichen Zeitraum von 7,5 Fällen auf 8,5 Fälle pro 10.000 geborene Kinder zu. Bauchwand-Defekte (Gastroschisis), bei denen die Bauchorgane des Säuglings herausquellen, stiegen von 1,3 auf 1,9 Fälle pro 10.000 Geburten. Michael Patton, medizinischer Leiter des BDF, vermutet, dass illegale Drogen eine Rolle spielen: «Gastroschisis kommt häufig bei Säuglingen von Müttern im Teenager-Alter vor, die in Städten leben. Drogenkonsum während der Schwangerschaft könnte eine Ursache sein.» Weitere Untersuchungen sollen darüber Klarheit bringen.
Chemikalienbelastung der Umwelt ursächlich
Das verstärkte Auftreten von fehlgebildeten männlichen Geschlechtsorganen führen Mediziner jedoch auf die Zunahme von Umweltchemikalien zurück, die im menschlichen Körper die Wirkung des weiblichen Sexualhormons Östrogen nachahmen. Die Stoffe blockieren im Fötus die männlichen Hormon-Rezeptoren und verursachen Abnormalitäten. Durch verbesserte Schwangerschaftsvorsorge treten einige Geburtsdefekte aber auch seltener auf. Da schwangere Frauen heute häufig Folsäure-Präparate einnehmen, ging die Zahl der Neugeborenen mit Spina bifida, einer komplexen Fehlbildung des Gehirnes und des Nervensystems, um zwei Drittel zurück.
Da Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes heute im Schnitt viel älter sind als früher, steigt zwar das Risiko für Kinder mit Down-Syndrom. Durch Tests wird dies aber meist frühzeitig erkannt und die Schwangerschaft abgebrochen. Die von der Birth Defects Foundation veröffentlichte Zahl von Fehlbildungen liegt sechsmal höher als die offiziellen Statistiken der britischen Regierung, da auch Defekte erfasst werden, die bei der Geburt nicht direkt sichtbar sind. (nz/wsa)
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