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|  Brechmittel mit Nebenwirkungen
13. Dez 2001 13:47
 | Cephaelis ipecacuanha | | Grafik: harvard.edu |
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Von der Polizei verabreichter Ipececuanha-Sirup ist vermutlich für den Tod eines Hamburger Drogendealers verantwortlich. Das Mittel wird seit Jahrhunderten angewandt.
Das Brechmittel wird aus der südamerikanischen Brechwurz – wissenschaftlich Cephaelis ipecacuanha - gewonnen.
Aus Südamerika
In Südamerika diente die Pflanze traditionell als wirksames Mittel gegen die Amöbenruhr. Durch diese Indikation wurde die Brechwurz auch in Europa populär, 1686 heilte der Arzt Helveticus den Sohn von Ludwig XIV mit Ipecacuanha von der Krankheit. Der Pflanzenextrakt erwies sich auch schnell als wirksam für akute Vergiftungsfälle und wird seit Jahrhunderten in Notfällen eingesetzt.
In den fünfziger Jahren belegten wissenschaftliche Studien die hervorragende Wirksamkeit des Mittels auch im Vergleich mit Alternativen, deshalb plädierte zum Beispiel die Amerikanische Akademie der Kinderärzte für die freie Verfügbarkeit des Mittels. Seit 1965 ist «Ipecac-Syrup» in den USA ohne Verschreibung erhältlich, Eltern werden angewiesen, eine Flasche für Vergiftungsnotfälle vorrätig zu halten.
Auch in Deutschland wird Ipececuanha-Sirup – beispielsweise von Madaus und Pflüger - verkauft. Neben dem Einsatz bei akuten Vergiftungen gibt es aber auch missbräuchlichen chronischen Einsatz, vor allem bei Patienten mit Magersucht (Anorexia nervosa) oder Brechsucht (Bulimie). Bei diesen chronischen Anwendern sind Erkrankungen von Muskeln und speziell Herzmuskeln festgestellt worden. Deshalb haben Ärzte auch in der Vergangenheit bereits zu Vorsicht beim akuten Einsatz des Sirup bei Menschen mit Herzfehlern gemahnt. Das Mittel gilt bei solchen Patienten als kontraindiziert, sollte also nicht angewandt werden.
Für das Web ediert von Gerd Knoll
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