Ungeahnte Kraft der Verdünnung
08.11.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Wie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins «New Scientist» berichtet wird, experimentierten die Forscher mit den erst seit wenigen Jahren bekannten Fullerenen. Die so genannten «Bucky Balls» wurden mit ringförmigen Zuckermolekülen versetzt und in Wasser gelöst. Die Forscher stellten fest, dass sich die fußballförmigen Moleküle zusammenlagerten und unregelmäßige Aggregate bildeten.
«Als er die Lösung verdünnte, nahm die Größe der Fulleren-Partikel zu», beschreibt der Deutsche Kurt Geckeler den Versuch seines Kollegen Shashadhar Samal. Als sie das Experiment ohne Bucky Balls, alleine mit den Zuckermolekülen wiederholten, bildeten sich ebenfalls Aggregate. Auch andere Substanzen, etwa DNA oder schlichtes Kochsalz verhielten sich ähnlich. Nach Einschätzung der Forscher ein Hinweis darauf, dass es nicht auf den gelösten Stoff, sondern auf das Lösungsmittel ankommt.
Die jetzt beobachtete Aggregatbildung könnte erklären, wie eine Substanz in homöopathischer Konzentrierung wirken kann. «Die Beobachtung ist kein Beweis für die Homöopathie, aber sie deckt sich mit dem, was wir denken und ist sehr ermutigend», zitiert der «New Scientist» Peter Fisher, den Forschungsdirektor am Royal London Homeopathic Hospital. Die Grundidee der Hochverdünnungs-Homöopathie hänge an der Annahme, dass Wasser Eigenschaften hat, die bisher nicht verstanden sind.
Eine solche haben Geckeler und Samal jetzt beobachtet. «Wir möchten, dass andere Forscher unser Experiment wiederholen», sagt Geckeler. «Wenn das Ergebnis bestätigt wird, wäre es ein echter Durchbruch.»
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

