Frauen kichern, Männer grunzen
27.09.2001
Herausgeber: netzeitung.de
Eine amerikanische Forschergruppe hat sich jetzt einmal genau angehört, wie Menschen lachen. Dabei fanden sie deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Der amerikanische Weihnachtsmann lachte wahrscheinlich niemals «Ho Ho Ho!» wie einem Hunderte von Hollywood-Filmen weismachen wollen. Viel eher gab er ein Grunzen von sich. Zu dieser Aussage kommt eine US-Wissenschaftlerin der Vanderbilt University im Rahmen der umfangreichsten Untersuchung, die sich jemals mit dem Klang menschlichen Lachens beschäftigte.
Tausend LachsalvenJo-Anne Bachorowski und ihre Kollegen führten 97 Testpersonen zahlreiche lustige Filmausschnitte der legendären Komikergruppe Monty Python vor und nahmen ihr Gelächter heimlich auf Band auf. Über tausend unterschiedliche Lachsalven konnten die Forscher anschließend näher analysieren. «Am stärksten überraschte uns die Vielfalt der Laute mit denen Lachen erzeugt wird», berichtet Jo-Anne Bachorowski im Wissenschaftsmagazin «New Scientist».
Die Palette reichte von einem stimmhaften Kichern oder Glucksen bis hin zu stimmlosen Grunz- oder Schnaublauten. Die meisten Testpersonen verfügten über eine große Reihe von Lachvarianten. Dennoch zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen dem weiblichen und männlichen Geschlecht: Während Frauen meistens stimmhafte, melodiöse Töne von sich geben, neigen Männer zum Grunzen und Schnauben. Der Vokal «o» kam im Gelächter höchst selten vor. Dass jemand «Ho ho ho» lacht, ist Bachorowski zufolge deshalb nahezu unmöglich.
KulturübergreifendObwohl die Untersuchung nur mit Personen stattfand, die amerikanisches Englisch sprechen, gehen die Forscher davon aus, dass sich ihre Ergebnisse auch auf andere Kulturen übertragen lassen. Sie veröffentlichten die Studie jetzt im «Journal of the Acoustical Society of America». (nz/wsa)