Belasteter Fisch schadet dem Gedächtnis
Die untersuchten Personen nahmen seit 1992 jährlich mindestens etwa zehn Kilogramm Fisch aus dem Michigansee zu sich. Im Test der Forscher konnten sie sich nur schlecht an eine Geschichte erinnern, die man ihnen dreißig Minuten zuvor erzählt hatte. Die verwendeten Tests, der so genannte «Wechsler memory scale» und der «California Verbal Learning Test» sind standarisierte Verfahren.
Die Fischesser schnitten insgesamt deutlich schlechter ab, als andere Testpersonen. «Unsere Studie zeigt erstmalig, dass PCB den Erwachsenenkörper belasten und das Gedächtnis und die Lernleistung verschlechtern kann», sagt Susan Schantz, die Leiterin der Studie. Sie veröffentlichte ihre Ergebnisse in der Juni-Ausgabe des Fachjournals Environmental Health Perspectives.
Die Chemikalien werden nur sehr langsam abgebaut und reichern sich in der Nahrungskette an. So gelangen sie über die Fische auch bis zum Menschen. Im Blut der Angler konnte ein besonders hoher PCB-Spiegel nachgewiesen werden. Außerdem fanden die Wissenschaftler hohe Konzentrationen der Schwermetalle Blei und Quecksilber und des Stoffes DDE, einem Abbauprodukt des Insektengiftes DDT.
Außer den geistigen Fähigkeiten, die in den verbalen Gedächtnistests geprüft wurden, waren andere Gehirnleistungen offenbar nicht betroffen. Die Wissenschaftler bescheinigten den Anglern eine normale Aufmerksamkeit und Planungsfähigkeit sowie ein uneingeschränktes räumliches Denkvermögen.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

