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Warum das Risiko genetischer Veränderungen vom Alter der Eltern abhängt
12. Apr 2001 14:02

Spermien (Modell)
Foto: UC Stanford
Die Spermien älterer Väter haben viele kleine Erbgutveränderungen. In den Eizellen älterer Mütter findet sich manchmal ein ganzes Chromosom zu viel.

Thema: Ältere Eltern und genetische Veränderungen
BERLIN. Die Wahrscheinlichkeit, irgendwann an Schizophrenie zu erkranken, steigt mit dem Alter des Vaters zum Zeitpunkt der Zeugung. Eine mögliche Erklärung für diese Beobachtung von Susan Harlap und ihren Kolleginnen in New York ist, dass die Zellen, aus denen Spermien gebildet werden, sich ständig vermehren.

Teilen und Mutieren

Mehr in der Netzeitung:
  • Test für Unfruchtbarkeit beim Mann 31. Jan 2001 06:00, ergänzt 14:23
  • Bei einem zwanzigjährigen Mann haben sie sich bereits 200 Mal geteilt. Die Spermien eines 40jährigen haben 600 Teilungen hinter sich. Bei jeder Teilung kommt es zu kleinsten Veränderungen des Erbguts, so genannten Punkt-Mutationen. Die meisten Mutationen spielen keine Rolle für die Entwicklung der Kinder. Bestimmte Mutationen auf bestimmten Genen können jedoch die Entstehung von Schizophrenie begünstigen, meinen die Forscherinnen. Erst kürzlich war es Würzburger Forschern erstmals gelungen, ein spezielles Schizophrenie-Gen zu identifizieren.

    Ruhende Eizellen

    Mehr im Internet:
    Die Eizellen der Frauen teilen sich nur etwa 24 mal. Bereits bei der Geburt eines Mädchens ist die Bildung ihrer Geschlechtszellen mehr oder weniger abgeschlossen. Sie werden dann bis zum Eisprung in den Ovarien aufbewahrt. Bekommt eine Frau also mit 40 Jahren ein Kind, hat die Eizelle vier Jahrzehnte auf ihre Befruchtung gewartet. In der Zwischenzeit kann es zu groben Chromosomenveränderungen kommen. Die häufigste Folge ist das Down Syndrom. Betroffene haben drei statt den normalerweise zwei Kopien des Chromosoms 21. Eines von 700 Kindern kommt mit dieser Form der geistigen Behinderung zur Welt.

    Vorgenburtliche Tests

    Daher wird Frauen über 35 Jahren eine Fruchtwasseruntersuchung (Pränataldiagnostik) angeboten. Mit ihr stellt der Arzt fest, ob das Ungeborene ein Down Syndrom hat oder nicht. Eine Behandlungsmöglichkeit für betroffene Kinder steht allerdings nicht zur Verfügung. Daher treiben die meisten Frauen ihr Kind mit Down Syndrom ab. Die Veränderungen in den Schizophreniegenen hingegen sind zufällig verteilt, so dass es praktisch unmöglich ist, einen vorgeburtlichen Test zu entwickeln.

    Andere Gründe?

    Darüber hinaus wird die Erklärung der New Yorker Forscherinnen von einigen Spezialisten angezweifelt: «Es könnte auch einfach sein, dass Väter von Schizophrenie-Patienten bestimmte Eigenschaften haben, welche dazu führen, dass sie erst in höherem Alter Kinder bekommen», sagt Ann Pulver von der Johns Hopkins University gegenüber der New York Times.



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