netzeitung.dePositive Bilanz für Buchmesse

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Leichtes Wachstum erhofft (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Leichtes Wachstum erhofft
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Frankfurter Buchmesse 2007 «war eine Messe ohne große Branchenneuigkeiten, aber auf sehr hohem inhaltlichem Niveau.» Deutschsprachige Verleger ziehen Bilanz.

Deutschsprachige Verlage habe eine durchweg positive Bilanz der Frankfurter Buchmesse gezogen. Die weltgrößte Bücherschau sei weitgehend ruhig und entspannt verlaufen. Zugleich konnten etliche gute Verträge abgeschlossen werden, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. «Es war eine Messe ohne große Branchenneuigkeiten, aber auf sehr hohem inhaltlichem Niveau», sagte Klaus Füreder aus der Geschäftsführung der Ullstein Buchverlage. «Wirtschaftlich lässt die Stimmung auf ein leichtes Wachstum hoffen.»

Nach Ansicht Füreders spielt dabei nicht nur die günstige Konjunktur eine Rolle. «Ich glaube, die Branche findet sich inzwischen besser mit dem Wettbewerb zurecht.» Die großen und kleinen Verlage hätten ihre Bereiche gut abgesteckt. Der Vertriebsleiter des kleinen Frankfurter Schöffling Verlags, Rainer Vollmar, sagte, sein Haus profitierte davon, dass die großen Filialisten im Buchhandel ihr Angebot für Bücher erweiterten. «Es ist größer und breiter geworden.»

Der kleine Berliner Tropen Verlag zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden. Der absolute «Kracher» im Herbstprogramm sei das aus dem Amerikanischen übersetzte Buch «Die Simpsons und die Philosophie», sagte Sprecherin Christine Marth. Der Tropen Verlag, der nur 12 bis 16 Titel im Jahr herausbringt, verzichtet völlig auf Werbung. Stattdessen verlasse man sich auf gute Besprechungen und Mund-zu-Mund-Propaganda.

«Das Lizenzgeschäft läuft hervorragend», sagte der Sprecher der S. Fischer Verlage, Martin Spieles. Das liege an dem «starken Herbstprogramm». S. Fischer hat Julia Franck mit der «Mittagsfrau» im Programm, die zum Auftakt der Buchmesse den «Deutschen Buchpreis» erzielt. Das Buch hat in wenigen Tagen seine Auflage verdoppelt. Auch Ruth Geiger vom Diogenes Verlag in Zürich freute sich über gute Lizenz-Abschlüsse. Die entspannte Stimmung führte sie auch auf den Bahnstreik zurück. «Am Freitag war es deutlich ruhiger als in den Vorjahren.»

«Unglaublich viel Publikum« registrierte Christine Waiblinger vom Taschen Verlag. Dabei seien vom großen Präsentiertisch einige Bücher verschwunden. «Aber das ist ja auch ein Indiz, dass unsere Titel gefragt sind.» Der Verlag verzeichne seit drei Jahren steigende Umsatzzahlen. Beträchtliche Zuwächse kann in diesem Jahr auch der DuMont Buchverlag vorweisen. Gerade mit den großen Filialisten im Buchhandel habe es auf der Messe sehr fruchtbare Gespräche über eine Zusammenarbeit gegeben, sagte Vertriebschef Urs Erdle.

Eine ähnlich gute Entwicklung sieht Ines Hansla für den Hörbuchmarkt. «Die Unkenrufe, das damit kein Geld zu verdienen ist, sind ungehört verhallt», sagte die Mitarbeiterin vom Hörverlag. Auf viel Interesse sei die Vertonung des neu erschienen Romans «Die Stimmen des Flusses» des katalanischen Autors Jaume Cabré gestoßen. Als neuen Trend nannte Hansla die Wiederentdeckung des klassischen Hörspiels.

Eine «sehr, sehr gute Bilanz» zog auch Kai-Steffen Schwarz vom Claasen Verlag, der sich über mehrere Gewinner beim Deutschen Jugendbuch- und beim Comic-Preis freuen konnte. Die Comic-Halle sei zum festen Bestandteil der Buchmesse geworden. «Sie zählt inzwischen zu den Attraktionen.» Die Auftragslage sei ungewöhnlich gut. Auch der Manga-Verlag Tokyopop verzeichnete eine große Nachfrage vor allem von großen Buchhandelsketten. «Sie wollen in ihren neuen Filialen offenbar dem jungen Publikum einen breiteren Raum bieten», sagte Vertriebsleiter Steffen Kahler. (dpa)