In Frankfurt dreht sich's ums Buch - und mehr
02.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Entscheidend sind für ihn Inhalte: Wie ein Schwamm soll die Messe alles aufsaugen, das «irgendwie mit dem Medium Buch zu tun» hat. Vom Harry-Potter-Zauberstab bis zur Literaturfilm-DVD.
Im Blickpunkt des Publikums - es werden insgesamt rund 300.000 Besucher erwartet - stehen aber auch dieses Jahr wieder die Autoren: Die Palette der deutschen Schriftsteller reicht von Martin Walser bis zu Günter Grass, von Andrea M. Schenkel bis Feridun Zaimoglu. Dazu kommt erneut viel schreibende Prominenz aus Politik, Film oder Medien wie Klaus Wowereit, Joschka Fischer oder Ben Becker und Robert Atzorn.
Das Zentrum, in dem Literaturagenten und Verlage um Rechte feilschen, wurde dieses Jahr vergrößert. Damit will Frankfurt auch die Konkurrenz - vor allem die aufstrebende Londoner Buchmesse - auf Distanz halten. Für die Fachbesucher ist die rasant voranschreitende Digitalisierung in der Branche einer der Schwerpunkte. Dabei geht es nicht nur um die Verlagerung des Buchmarkts ins Internet vor allem im Wissenschaftsbereich, sondern auch um Antworten auf die Herausforderung durch Google. Der US-Suchmaschinenbetreiber will weltweit möglichst viele Bücher zumindest in Teilen kostenlos ins Internet stellen. Dies lässt die Verlage um ihr Geschäft fürchten.
Die Dynamik der Buchmesse könnte in diesem Jahr auch den deutschen Buchmarkt beflügeln, der nach langer Stagnation sich konjunkturell belebt. Der Handel meldete für das erste Halbjahr ein Plus von über vier Prozent. Und der am 27. Oktober auf Deutsch erscheinende letzte Harry-Potter-Band macht zugleich Hoffnung auf ein glänzendes Weihnachtsgeschäft. Zusätzlichen Auftrieb gibt der Deutsche Buchpreis, mit dem zum dritten Mal zum Messeauftakt eine namhafte Jury den besten deutschen Roman des laufenden Jahres auszeichnet.
Nach einer Aufstellung des Branchenmagazins «buchreport» kletterte die Zahl der deutschen Belletristik-Titel unter den Top 20 der «Spiegel»-Bestseller-Liste im ersten Halbjahr 2007 auf zehn. Ein Jahr zuvor waren es noch acht.
Als Gastland der Buchmesse ist die katalanische Kultur und Katalonien zwar nicht so bunt und schillernd wie im vergangenen Jahr Indien. Doch das versuchen die kreativen Katalanen, mit einem Feuerwerk an Veranstaltungen rund um die Messe und auch in anderen deutschen Städten wettzumachen. Dafür investiert Katalonien, die wirtschaftsstärkste Region Spaniens, mehr Geld als jedes andere Gastland zuvor. (Von Thomas Maier, dpa)

