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Kunstmesse: 

«Jetzt ist eine gute Zeit, Kunst zu kaufen»

14. Feb 2008 17:12
Skulpturen der Galerie Feran Cano bei der Kunstmesse in Madrid
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Die Madrider Kunstmesse Arco spürt die Schatten der nachlassenden Konjunktur. In Deutschland setzt sich die Erosion am Kunstmarkt fort: Ein spanischer Ableger der «art cologne» und eine Düsseldorfer Messe wurden abgesagt.

Die unsicheren Wirtschaftsaussichten überschatten internationale Madrider Kunstmesse Arco überschattet, die am Donnerstag vom spanischen König Juan Carlos und Königin Sofía eröffnet wurde. Die meisten Aussteller äußerten sich allerdings zuversichtlich, dass die nachlassende Konjunktur sich nicht auf den Kunstmarkt auswirken werde. «Jetzt ist eine gute Zeit, Kunstwerke zu kaufen», sagte eine Galeristin. «Die Preise sind günstig.»

Die Arco ist weltweit die Kunstmesse mit den meisten Besuchern. Sie gilt zudem als die zweitwichtigste nach der Baseler Kunstmesse. In diesem Jahr nehmen 295 Galerien aus 34 Ländern an der fünftägigen Schau teil. Brasilien steht als Sondergastland im Mittelpunkt. Die Arco bietet einen Querschnitt der zeitgenössischen Kunst. Es werden Werke zu Preisen von nur 25 Euro angeboten, aber auch Meisterwerke wie ein Picasso-Gemälde, dessen Wert auf drei Millionen Euro geschätzt wird.
Aktuelle Krise der Kunstmessen
Die Erosion im deutschen Kunstmesse-Markt setzt sich derweil fort. Nur einen Tag nach der Absage des Art-Cologne-Ablegers auf Mallorca ist überraschend auch die «dc - duesseldorf contemporary» für dieses Jahr ausgesetzt worden. Das kündigte eine Berliner Agentur am Donnerstag im Auftrag der Veranstalter an. «Die aktuelle Krise der deutschen Kunstmessen hat zu Beginn des Jahres eine Welle von Umstrukturierungsmaßnahmen und Unsicherheit ausgelöst», hieß es in einer Mitteilung. Es zeichne sich eine Konzentration auf wenige Kunstmessen von internationaler Ausstrahlung ab.

Die Düsseldorfer Messe hatte zu ihrer Premiere im vergangenen Jahr nach Angaben der Veranstalter 23.000 Besucher angelockt, war damit aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben. In der Branche heißt es, renommierte Galerien seien in diesem Jahr kaum zu mobilisieren gewesen. Die dc sollte auch in diesem Jahr parallel zur Art Cologne in Köln junge Kunst präsentieren. In einer eigens entworfenen Messe- Architektur sollte das Kunstereignis vom 17. bis 20. April über die Bühne gehen.

Den Standort konsolidieren

«Die Veranstalter der dc führen gegenwärtig Gespräche mit anderen Kunstmessen, um den deutschen Kunststandort insgesamt zu konsolidieren und zu stärken», hieß es in der Mitteilung. Der Ausgang dieser Gespräche sei noch offen. Zum jetzigen Zeitpunkt werde es nicht für sinnvoll erachtet, die Messe in diesem Frühjahr auszurichten. Der Veranstalter, eine Tochtergesellschaft des Verlags Gruner und Jahr, wolle die Entscheidung nicht weiter kommentieren, teilte eine Sprecherin der Berliner Agentur auf Anfrage mit.

In der Kunstszene wird nun spekuliert, ob die dc eventuell mit der Art Cologne oder mit der Internationalen Messe für Gegenwartskunst, dem Art Forum Berlin, verschmolzen werden soll. Das Art Forum war kürzlich ebenfalls überraschend verschoben worden. Komplett abgesagt wurde im vergangenen Monat auch die erst vor zwei Jahren neu konzipierte «Fine Art Fair» 2008 in Frankfurt.

Zu stark verzettelt

Am vergangenen Mittwoch war die diesjährige «Art Cologne Palma de Mallorca» nur ein halbes Jahr nach ihrer Premiere ausgesetzt worden. In der deutschen Galeristenszene war in den vergangenen Monaten heftige Kritik laut geworden, dass sich die Art Cologne mit ihrem Engagement auf der Mittelmeerinsel zu stark verzettele. Die weltweit älteste Kunstmesse büße dadurch permanent internationale Bedeutung ein. Der verantwortliche Kunstmessen-Direktor Gerard Goodrow hatte sich angesichts der scharfen Händler-Schelte unlängst «in gegenseitigem Einvernehmen» von der Kölner Messe getrennt- der bisherige Höhepunkt beim Stühlerücken und Neuordnen in der Branche. (dpa)


 
 
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