Die Versicherung setzt laut Krempel eine Belohnung für Hinweise auf die Täter oder die gestohlenen Bilder aus. Zudem werden die vermissten Picassos ins virtuelle «Art Loss»-Register gestellt, wo sich Händler über gestohlene Kunstobjekte informieren können. Die Täter hätten wenig Chancen, ihr Diebesgut zu verkaufen. Womöglich wollten sie Lösegeld erpressen. «Ich gehe davon aus, dass es bald irgendein Lebenszeichen von den Bildern gibt.» Besonders ärgerlich sei, dass jetzt die Einheit der ersten großen privaten Picasso-Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg der Familie Sprengel zerstört wurde.Die sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern war zunächst erfolglos geblieben. Laut Krempel gab es keinen Grund, an der Professionalität und den Sicherheitsvorkehrungen des Schweizer Kulturzentrums zu zweifeln. Es handele sich um die drittgrößte private Kunststiftung des Landes, die bereits viele große Ausstellungen in Zusammenarbeit mit renommierten Museen realisiert habe.
In der Schweiz sind in der Vergangenheit schon mehrfach Picassos entwendet worden. In der Galerie Bollag in Zürich nahe der berühmten Bahnhofstraße wurde seit den 80er Jahren wiederholt eingebrochen. Der spektakulärste Fall ereignete sich 1994, als vier - später zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilte - Täter sieben wertvolle Picasso-Bilder entwendeten. Deren Wert wurde damals auf 44 Millionen Dollar veranschlagt. Die meisten der Bilder tauchten im Jahr 2000 wieder auf. (dpa)