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Lupe USA lassen Mini-Penis in Kinderbuch stehen

Deutscher Humor besiegt amerikanische Prüderie: Bei der Diskussion um das Wegretuschieren eines Mini-Penis aus einem deutschen «Winter-Wimmelbuch» gibt es jetzt doch keine Zensur.

Nach der Empörung über das von einem US-Verleger zunächst verlangte Wegretuschieren eines Mini-Penis aus einem deutschen Kinderbuch kann das «Winter-Wimmelbuch» von Rotraut Susanne Berner in den USA nun doch mit dem winzigen Detail erscheinen. Wie der Hildesheimer Gerstenberg-Verlag am Mittwoch mitteilte, habe die öffentliche Aufregung in Deutschland den Verleger zu einem Umdenken bewegt. Der kaum reiskorngroße Penis gehört zu einem winzigen Männchen, das in dem Buch auf einem Kunstbild zu sehen ist. Das Buch wurde bereits in 15 Ländern ohne Proteste veröffentlicht.

In Wimmelbüchern wimmelt es von Menschen. Auf den Seiten mit Bahnhofs-, Marktplatz oder Schwimmbad-Szenen gibt es immer Neues zu entdecken. Bisher wurden allein die vier Jahreszeiten-Bände, mit viel Humor ausgeschmückte Alltagswelten für die Kleinkinder ab einem Jahr, rund 250 000 Mal in Deutschland und 130 000 Mal im Ausland verkauft, unter anderem in Japan, Schweden und auf den Färöer-Inseln.

Der US-Verleger Chronicle Books habe die Zensur offenbar in vorauseilendem Gehorsam Fundamentalisten gegenüber verlangt, hatte Autorin Berger erklärt. In den USA gebe es Menschen, die Bücher auf ihnen unpassende Details untersuchten und dann zu verhindern probierten, dass sie von Buchhandlungen und Bibliotheken bestellt würden. Jetzt gibt sich Chronicle Books entspannt: „Die Kinder werden unsere Omnibus-Edition lieben. Und Eltern mit einer Neigung zum Hyperventilieren können tief durchatmen und werden darüber hinwegkommen.“ Neben dem Mini-Penis hätte Berner auch Zigaretten und Pfeifen wegretuschieren sollen, denn unter den rund 80 Figuren ihrer Fortsetzungsgeschichten sind auch wenige Raucher. Zuvor gab es aus keinem Land Beanstandungen - nur die Schweden bemängelten zu wenig Schnee im Winterbuch. (dpa/nz)