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Von Cezanne bis ins alte Ägypten

27. Dez 2007 17:22
Manche werden große Augen machen in den Ausstellungen 2008
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Kunst von Albrecht Dürer bis Pop-Art, Skulpturen aus dem alten Ägypten oder Zeichnungen von Victor Hugo - im nächsten Jahr erwarten nicht nur Kunstliebhaber hochkarätige Ausstellungen.

Bilder von Großen der Malerei wie von Turner und Courbet bis zu Kirchner und Richter, aber auch eine ganze Serie an Ausstellungen mit ungewöhnlichen Themen können die Besucher der Museen im In- und Ausland während des kommenden Jahres sehen.

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Unter dem vagen Titel «Genau und Anders» lockt das Museum für Moderne Kunst in Wien vom 29.Februar an in eine Schau, die sich mit Werken von Dürer bis Man Ray der Faszination von Zahlen und Geometrie in der Kunst widmet. Die Kunsthalle Rostock präsentiert ab Mai 600 teils heute «herrenlose» Kunstwerke von Barlach bis Feininger, die ihren Besitzern einst von den Nazis geraubt wurden. Sollten sich Erben melden, wolle die Stadt nach eigenem Bekunden «sehr offen» damit umgehen.

Wer den französischen Romancier Victor Hugo bisher literarisch schätzte, der kann ihn von Mitte Mai an in Weimar mit 80 Blättern auch als bedeutenden Zeichner düster-visionärer Motive kennenlernen. Das Louisiana-Museum bei Kopenhagen wagt ab 15.Februar einen Dialog zwischen dem Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti und dem von ihm hochgeschätzten Maler Paul Cezanne. Im Guggenheim-Museum im baskischen Bilbao ist ab März «Der Surrealismus und das Objekt» zu sehen: Untersucht wird der Einfluss des Surrealismus auf die Welt des Designs, der Mode, des Film und der Architektur.

Courbet und Turner in New York

Natürlich stehen auch die Präsentationen großer Namen aus Vergangenheit und Gegenwart auf dem internationalen Ausstellungskalender 2008. New York «klotzt» im Metropolitan Museum mit Retrospektiven zu Courbet und - im Sommer - zu William Turner; auch Kirchners sämtliche expressionistische Straßenszenen sind in der US-Metropole erstmals gemeinsam im MoMA (ab 29.Juli) zu sehen. Das Guggenheim zeigt im Sommer Louise Bourgeois, die hochbetagte, große Dame der Gegenwarts-Bildhauerei. Im Königin Sofia-Museum von Madrid kommt einmal mehr Picasso zu seinem Recht: Die 400 Werke hat das wegen Umbaus geschlossene Picasso-Museum aus Paris verliehen. Im selben Haus geht es im Herbst um den Einfluss des bedeutenden deutschen Kunsttheoretikers Carl Einstein.

Wien wartet im Belvedere mit einer umfassenden Retrospektive des Expressionisten Oskar Kokoschka auf, das Kunsthistorische Museum der österreichischen Hauptstadt erfreut ab 12.Februar mit den Porträts aus Obst und Gemüse des italienischen Renaissance-Künstlers Arcimboldo. Den deutschen Impressionisten Max Liebermann feiert ab 3.April die Galerie Neuer Meister in Dresden, seinen Kollegen Lovis Corinth wenig später das Musee d'Orsay in Paris mit über 80 Werken. Eine Schau mit den Malereien von Impressionistinnen wie Berthe Morisot ist für die Frankfurter Schirn-Kunsthalle vom 22. Februar an der Höhepunkt des Ausstellungsjahres. Emil Nolde steht in Bielefelds Kunsthalle ebenso wie im Pariser Grand Palais auf dem Programm (ab 24.September).

Klee in Berlin, Kandinsky in München

Paul Klee gastiert ab 31.Oktober in der Neuen Nationalgalerie Berlin, die meditativen Farbräume von Mark Rothko sind ab Mitte Mai in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt. Die Stuttgarter Staatsgalerie zeigt von Ende Februar an zunächst die Ikonen der Pop- Art, bevor sich ab 27.September dort die Türen zu einer großen Matisse-Ausstellung öffnen. Eine umfangreiche Kandinsky-Ausstellung, die noch nach Paris und New York weitergeht, startet am 25.Oktober im Lenbachhaus in München.

Die Stadt Köln präsentiert ihren malenden Ehrenbürger Gerhard Richter mit Abstraktionen der vergangenen zwei Jahrzehnte (Museum Ludwig/ab 17.Oktober) und gibt einen Einblick in die Mal-Trickkiste der Impressionisten (Wallraf-Richartz-Museum/ab 29.Februar. Ins nahe Wuppertaler Von der Heydt-Museum lockt im Oktober eine Schau mit den morbiden Bildern des Belgiers James Ensor. Düsseldorfs museum kunst palast wirft unter dem mythologischen Titel «Diana und Aktaion» einen Blick auf die Nacktheit in der Kunst. Die «Orte der Sehnsucht» bedeutender Maler wie Dürer, Klee oder Gauguin beschreibt das Landesmuseum Münster mit einer Dokumentation wichtiger Künstlerreisen.

Freunde der zeitgenössischen Kunst können sich ebenfalls in der Schirn oder der Londoner Tate jüngste Werke von Peter Doig, im Bonner Kunstmuseum 100 Arbeiten der Künstlerzwillinge Gert und Uwe Tobias als wahre «Shooting-Stars» der Kunstszene ansehen.

In ferne Welten entführt das Römer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim mit einer Südsee-Ausstellung und das Römisch Germanische Museum Köln mit einer Ägypten-Schau über «Echnaton und Amarna». Tief in die europäische Kulturgeschichte taucht der Palazzo Grassi in Venedig ab: Hier geht es bei einer Großausstellung mit fast 1700 historischen Objekten um «Rom und die Barbaren». Erzählt wird ab 20. Juli die Geschichte der «unzivilisierten» Völker Europas, die nach der römischen Antike dennoch den Kontinent nachhaltig kulturell und politisch geprägt haben. (dpa)

 
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